Montag, 25. Juli 2016

Im Subaru einmal um Island oder 25 Gründe, Island zu lieben.

Wir sind wieder daa!!!
15 Tage lang sind wir gereist, einmal im Uhrzeigersinn um Island herum.
Und ich überlege schon die ganze Zeit, wo ich anfangen soll... Ich will euch jetzt nicht mit einem 76 Seitigen Aufsatz belasten (so viele Seiten habe ich in meinem Tagebuch mit diesem Ausflug gefüllt), daher gibt es unsere 25 Gründe, Island zu lieben.

Quelle: Wikipedia

1. Grund: Weil es unglaublich bunt ist.
Im Februar sind wir ja in Iceland angekommen, alles war schneebedeckt. Zu Ostern kam das ganze vertrocknete Gras zum Vorschein. Im Mai war alles auch noch in gelb-braunen Tönen. Und jetzt ist einfach alles grün. Und das Grün leuchtet! Und die Berge sind unglaublich bunt, überall sind unglaublich viele Grüntöne, die ein einzigartiges Bild erschaffen. Hellgrünes Moos, dunkelgrüne Büsche, sattgrünes Gras. Dazu kommt das braun-rote Gestein und die grauen Felswände. Ich weiß nicht, ob die Liebe zu diesem Land das einfach so beeinflusst, aber ich find das so unbeschreiblich schön.
Ein Beispiel ist z.B. das Gebiet Hraunfossar, wo Wasserfälle aus einem Lavafeld kommen. Grüne Büsche, rotes Gestein, blaues Wasser. Schön. Einfach schön.



2. Grund: Weil isländische Schafe ziemlich entspannt sein können.
Im Sommer lassen die Bauern ihre Schafe und Pferde weitestgehend frei herumlaufen. Am Anfang unserer Reise haben wir noch Schafe fotografiert. Nach einem Tag haben wir es aufgegeben, da sie einfach überall sind. In Tälern, an Berghängen, auf den höchsten Bergpässen Islands, im Hochland irgendwo im Nirgendwo. Und vor allem, ganz nah an der Straße. Viele Schafe sind panisch weggerannt, wenn man mit dem Auto an ihnen vorbei fuhr. Über ihre Reaktionsgeschwindigkeit kann man lachen, meist rennen sie erst los, wenn man schon an ihnen vorbei ist. Andere Schafe widerum ist komplett egal, ob Autos kommen oder nicht. Sie grasen ganz gemütlich am Straßenrand weiter. Ein Exemplar blieb sogar einfach auf der Straße stehen, sodass man um es herum fahren musste. Dieses Schaf hat bestimmt innerlich böse gegrinst.


3. Grund: Weil ganze Landstriche lila sein können.
Eigentlich sind sie ein eingeschleptes Unkraut, aber schön sehen sie schon aus: Lupinen. Auch sie gibt es überall. Wir haben am Hvalfjörður einen Wasserfall besucht, bei dem man erstmal durch ein Lupinenfeld und an den Mauerresten eines uralten Hauses vorbei muss. In Husavík sahen wir einen nahezu komplett violetten Berg. Auf der Straße 54, die von Snæfellsnes zu den Westfjorden führt, war ein kleiner Canyon mit einem Fluss darin namens Skrauma, das Ganze umrandet von Lupinen.
In Sejðisfjörður kann man eine Wanderung von 4km machen zu einer Klippe mit Vögeln. Da wir unser Auto etwas vor dem Parkplatz parkten, weil die Schotterpiste zu angsteinflösend war, mussten wir 6km dahin laufen. Die Landschaft war echt schön, man sah auf den Fjord hinaus, kleine Flüsse wanden sich durch die Gegend, und große Lupinenfelder säumten den Wegesrand. Kurz vor der Forschungsstation, wo die Klippe ist, war dann ein Lupinenfeld, in dem Seeschwalben nisteten. Warnschilder informieren die Besucher. Diese geben auch den Hinweis, einen hohen Gegenstand oder eine Lupine über seinen Kopf zu halten. Gesagt, getan, und eine Lupine über den Kopf haltend gingen wir weiter, während die Vögel mit Stürzflügen die Lupine angriffen. Das war schon echt witzig. An der Klippe gab es leider nur Möwen zu sehen und nicht wie im Reiseführer versprochen Robben und Papageientaucher... Also die 6km wieder zurück. Yay.

 
4. Grund: Wer noch nie einen Wasserfall gesehen hat, kommt hier auf seine Kosten.
Jonathans Mutter hatte noch nicht viele Wasserfälle in ihrem Leben gesehen. Sie freute sich bei jedem einzelnen, den wir sahen. Am Ende der Reise war aber auch sie in der Stimmung: noch ein Wasserfall? Müssen wir uns den anschauen?
Trotzdem sind Wasserfälle schön.
Einer, den wir spontan besuchten (ich las im Reiseführer und stellte fest, dass wir bei der nächsten Abbiegung rum müssen, jetzt oder nie!) war der Kolufossar. Dafür biegt man auf der Ringstraße zwischen Reykir und Blönduós auf die 715 ab, eine kleine Schotterstraße. Der folgend tut sich irgendwann eine Schlucht auf. Der Fluss, der sich davor durchs flache Land schlängelt, fällt dort hinein und sucht sich seinen Weg durch die Felsen. Von der Brücke dort hatten wir einen tollen Ausblick auf Wasserfall und Schlucht. Und in dieser Schlucht kann man sogar ein bisschen rumklettern, ohne Angst zu haben, gleich runter zu fallen.. Nicht groß angekündigt, aber echt sehenswert.
Der Dettifoss ist der größte Wasserfall Europas. Unserer Meinung nach hat er diese Auszeichnung auf jeden Fall verdient, aber es gibt schönere. Der Dettifoss liegt in einer Steinwüste, so würde ich das bezeichnen. Denn da wächst nicht wirklich viel, man sieht auf der 25km langen Straße zum Dettifoss nur Steine. Und an sich ist er halt auch nur monströs groß, aber nicht schön anzugucken. Wir sind recht schnell weiter gefahren.
Wer einen perfekten Wasserfall sehen möchte, dem kann ich den Skógafoss empfehlen. Dieser fällt ganz grade hinunter ohne irgendwelche weiteren Ebenen. Und das über 60m. 
Unser Liebling ist immernoch der Gljúfrabúi, dem man hinter dem Seljalandsfoss im Süden Islands findet. Dieser ist nämlich in einer Art Höhle, was ihn für uns so schön und einzigartig macht.

Kirkjufellfoss

5. Grund: Weil die Isländer versuchen, wieder Wälder in Island zu erschaffen.
Die Vikinger haben damals ziemlich Mist gebaut, sie haben nämlich fast alle Bäume auf Island gefällt für ihre Schiffe, den Hausbau und für Ackerland. Auch jetzt noch ist alles sehr baumfrei in Island. Aber die Isländer versuchen ihr Bestes. Vor allem im Norden Islands gibts schon größere Waldgebiete. Der größte Wald auf Island ist der Hallormsstaður National Forest am Lagarfljót mit 740ha. Dieser ist schon echt imposant, aber in der Höhe nicht zu vergleichen mit den deutschen Kiefernwäldern. Die Bäume sind noch in ihrer Jugend, die wachsen noch.
Aber wirklich süß sind die noch ganz frischen Aufforstungsgebiete. ,,Die Lupinen sind hier größer als die Bäume." (Jonathan)

6. Grund: Weil man an manchen Orten nur staunend da steht.
Auf der schon erwähnten Straße 54 gibt es einen Punkt, an dem man einfach anhalten muss. Dort kann man an der Felskante stehen und kilometerweit die Landschaft betrachten. Man sieht den Hvammsfjörður, der an der Stelle durchzogen ist von kleinen Inseln. Wir waren da am späten Nachmittag und eine Sonnenuntergangsstimmung  legte sich über das gesamte Land. Den Berg im Rücken, vor einem der steile Abhang, darunter grüne Landschaft und das glitzernde Wasser. Atemberaubend.
Ein anderer Ort liegt zwischen den Tunneln Richtung Dalvík wenn man den Fjord herum fährt. Zwischen zwei Tunneln liegt nur ein kleiner Parkplatz. Man schaut aufs Wasser hinaus, das ganze ist umrandet von Bergen. Und zum Wasser hin schlängelt sich ein kleiner Fluss. Im Sonnenschein leuchtete alles. Einfach schön!
Bei Reyðisfjörður liegt das Kap Hólmanes, eine naturgeschützte Halbinsel, auf der man langgehen und Vögel beobachten kann. Am Ende der Halbinsel haben wir uns einfach ins Gras gesetzt und den Ausblick auf den Fjord genossen. Das Meer, die Berge, das Gras um einen... Schön. Dort war auch eine Stelle, die aussah, als ob jemand Scherben verstreut hat. Aber es waren Steine, brüchige Steine die auf dem gesammten Boden lagen.
Manchmal sieht es auch einfach die kleinen Dinge, die Island so schön machen. Ein kleiner See irgendwo im Nirgendwo. Ein paar rosa Blümchen in einer Steinwüste. Ein einsamer Wasserfall, der einen Berg hinunter plätschert. Eine strahlend weiße Muschel auf schwarzem Sand. Ein See voller Schwäne. Oder Scherben auf dem Boden.


7. Grund: Weil man an einem Tag einen gesamten Eindruck von Island bekommen kann.
Wo es uns immer wieder hinverschlägt ist Snæfellsnes. Dort gibt es einen Gletscher, einen schwarzen Strand, Lavafelder, Vulkankrater, schöne Wasserfälle. Dort bekommt jeder einen Eindruck von Island, der vielleicht nicht viel Zeit hat. Wir entschieden uns als erstes dort hin zu fahren, da man gegen den Uhrzeigersinn fahrend am Ende eigentlich alles gesehen hat. Aber wir wollten Jonathans Mutter erstmal langsam aufwärmen.
Es ging also zum Robben gucken nach Ytri-Tunga, zum Riss im Berg, zum Djúpalónssandur (mein Lieblingsstrand), zum Muschelstrand Öndverðarnes und zum Kirkjufellfoss. Wir waren schon so oft da, ein bisschen wie zu Hause fühlt man sich schon.
Am schwarzen Kiesstrand Djúpalónssandur war mysteriöser Weise ein Friedhof entstanden: super viele kleine Fische lagen tot am Strand. Wir fanden auch eine Qualle und eine Krabbe. Das war echt strange.
Als wir an den Öndverðarnes gingen, erwarteten wir eigentlich Muscheln. Doch da war irgendwie nur Sand. Dann sahen wir uns den Sand genauer an. Und Tatsache, der war bunt, bestehend aus zerbrochenen Muscheln. Haben wir auch noch nicht gesehen.
Der Kirkjufellsfoss transportierte mehr Wasser als wir in Erinnerung hatten. Der See darunter war viel größer und nicht nur wir haben damit nicht gerechnet. Unter Wasser waren Gras und Blumen, die einfach überspühlt wurden. Das sah richtig schön aus.


8. Grund: Die Überraschungen
Islandfüchse leben hauptsächlich in den Westfjorden. Daher rechneten wir nicht damit, einen zu sehen. So schaute ich gedankenverloren aus dem Fenster, während Jonathan den Schlaglöchern auf der 54 auswich. Da sah ich plötzlich ganz viele Vögel aufsteigen. "Wow, da sind grad ganz viele Vö- Leute! Ein FUCHS!" Vollbremsung und wir starrten aus dem Fenster: ein kleiner Islandfuchs starrte zurück, überlegte kurz und rannte dann weg. Wir haben einen Fuchs gesehen! Wooohu!
Rentiere soll es auch mehr im Norden geben. Als wir im Osten auf der 910 im Hochland unterwegs waren, haben wir noch am meisten Rentiere erwartet, da dort auch Warnschilder standen. Aber nichts. Irgendwann in der Nähe von Djúpivogur im Osten standen dann plötzlich ganz viele Autos am Straßenrand. Wir waren total verwirrt, guckten umher und Tatsache: Rentiere! Und das sah so schön aus: grüne Wiese, leuchtend blaues Wasser und dahinter ragten Berge auf. Zu dem so schon schönen Ausblick gabs noch zwei Rentiere, die gemütlich grasten. Wow.
An einem Aussichtspunkt im Norden standen wir auch nur da und genossen den Ausblick. Jonathan entdeckte Vögel im Wasser und nahm sich das Fernglas. Wir dachten, es seien nur wieder Eiderenten, aber nein, Papageientaucher! Also konnten wir diese auch von unserer Liste haken, auch wenn wir sie nur durchs Fernglas sehen konnten.


9. Grund: Weil Kirchen zu Diskussionen über Kunst anregen.
Kirchen sind hier einfach anders. Allein die Architektur der Hallgrimskirkja in Reykjavík ist nicht typisch für Kirchen. Doch harmlos bei dem, was wir noch gesehen haben. Geschwungene Dächer, asymetrische Formen, ein insgesamt sehr futuristischer und moderner Stil überall in Island. Meist ist das am merkwürdigsten aussehende Haus eines Ortes die Kirche. Natürlich gibt es Ausnahmen wie die Kirche in Dalvík die "normal" aussieht, aber auch sie hat ungewohnt leuchtend blaue Dächer.

10. Grund: Whalewatching.
Es kostet und ist die Touristenattraktion schlecht hin, aber es ist toll. Wir machten es in Dalvík und wir kamen richtig nah an die Wale ran. Das sind schon schöne Tiere, die sich echt elegant bewegen können. Wir verfolgten unter anderem zwei Wale beim Fressen, heißt sie tauchten ab und kamen wieder hoch und die Möwen stürtzten sich auf das, was der Wal übrig lies. Einmal tauchten die beiden genau vor dem Boot wieder auf, fast hätten wir sie überfahren. Aber nur fast, alles lief gut. Ich hatte eine Position ergattert, von der aus ich die Wale sehen und über die hin und her rennenden anderen Touristen schmunzeln konnte.
Am Ende durften wir alle noch ein bisschen Angeln. Jonathan und seine Mutter hatten gleich was an der Angel und konnten stolz ihren Fang präsentieren. Und ich stand und stand, hob meine Angel hoch und runter... Nichts. Dann war die Zeit rum und ich holte den Haken ein. Und was war passiert? Der Haken hat sich in der Sehne verfangen... Dabei wollte ich doch nur einen einzigen Fisch fangen :( Wenigstens durfte ich auch was vom frisch gegrillten Fisch essen.


11. Grund: Weil Akureyri und Reykjavík irgendwie gleich sind aber auch nicht.
Akureyri ist Islands zweitgrößte Stadt. Und echt schön anzgucken.
Es gibt die Hafnastræti, wo sich Shop neben Bar reiht, wie bei der Laugavegur in Reykjavík.
Das Konzerthaus liegt genau am Wasser, wie auch die Harpa in Reyjavík. Nur ist das in Akureyri rund und vermutlich einem Baumstamm nachempfunden, was ich sogar schöner finde als die Harpa.
Die Kirche weist auch wieder eine moderne Bauweise auf, aber hat sehr bunte Fenster, um eines gibt es auch eine sagenumwobene Geschichte, da niemand weiß woher es kommt.
Man hat einen wunderbaren Ausblick auf den Fjord und die Berge dahinter. In Reykjavík sieht man auch von fast überall den Esja.
Aber ist es einfach netter durch die Stadt zu spazieren. Zumal es kompakter ist als Reykjavík. Die Häuser sehen freundlicher aus, finde ich. Doch am Ende ist es so: zu Hause ist es immernoch am schönsten.


12. Grund: Weil Wasser Schluchten schafft.
Im hohen Norden befindet sich Ásbyrgi. Das ist eine riesige Schlucht in Hufeisenform, entstanden durch Odins Flucht auf seinem achtbeinigen Pferd. Oder auch durch Wasser. Vor langer langer Zeit floss dort der Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum, zu dem auch der Dettifoss gehört. Der Dettifoss transportiert so viel Geröll mit sich, dass er jedes Jahr einen guten Meter flussaufwärts wandert. Und genauso ist es wohl über lange, lange, lange Zeit mit dieser Schlucht geschehen. Der Jökulsá á Fjöllum hat sich mittlerweile einen anderen Weg gesucht, zurück bleibt also eine riesige Schlucht. Hier ragt unter anderem ein Felskeil in der Landschaft auf, der von oben betrachtet die Hufeisenform schafft. Aber auch von unten sieht der Keil namens Eyjan gewaltig aus.
In dieser Schlucht ist ein einzigartiger Birkenwald gewachsen mit kleinen lila und gelben Blümchen und wohl recht vielen seltenen Pflanzen, deren Namen ich aber vergessen hab. Das ganze sieht aus wie ein verzauberter Märchenwald. Kein Wunder für mich, dass dies eine Elfenhochburg sein soll. Am Ende der Schlucht befindet sich ein kleiner, grüner See. Er ist umrandet von Birken und den steil aufragenden Felswänden. Und dort nisten ein paar Enten, heißt, ihn diesem kleinen Märchenwald gab es auch Babyenten. Babyenten! Aber auch ohne sie hätte ich diesen Ort als einen der Schönsten gekürt.


13. Grund: Wegen der nicht vorhandenen Blitzer.
Auf unserer Reise sind wir an vielen vielen Blitzerschildern vorbei gekommen. Kurz hinter Reykjvík ist es meist so, dass ein weißes Schild kommt, nach zwei Kilometern dann ein blaues und nur 200m dahinter ist dann auch der Blitzer. Nur überall sonst fährt man und fährt man und es taucht einfach kein Blitzer auf. Vor allem Jonathan am Steuer hat 10 Minuten nach dem passierten Warnschild immernoch gefragt, wo denn jetzt dieser Blitzer sein solle. Zurück in Reykjavík wurde uns gesagt, dass manchmal dort Polizeiwagen stehen und gucken, aber uns begegnete weder Blitzer noch Polizeiwagen. Aber wie wir erfuhren, ist geblitzt werden hier sehr sehr teuer. Einer aus der WG wurde mit 114km/h erwischt, erlaubt sind 90km/h. Jetzt muss er 37.000kr also 275€ zahlen. Also Leute, aufgepasst!

14. Grund: Weil Lava und Wasser Städte erschaffen.
Der Mývatn ist das Mekka für Lavaliebhaber. Hier gibt es den aktiven Vulkan Krafla und alles, was Lava sonst so schaffen kann.
Zum einen gibt es hier Pseudokrater. Sieht wie Krater aus, sind aber keine. Explosionen des von Lava eingeschlossenem Wasser und der entstehende Druck haben diese Minikrater erschaffen.
Oder auch die Lavadome bei Kálfaströnd. Ein kleiner See, umrandet von Büschen und mit winzigen Inseln und Lavasäulen, die aus dem Nichts in die Höhe ragen. Idyllisch dieser Ort.
Dann gibt es noch Dimmuborgir, die Lavastadt würd ich es bezeichnen. Riesig hoch ragen dort Lavaformtionen auf, mit Löchern zum durchklettern, Höhlen, Bögen. Und sogar eine Höhle wurde geschaffen, die nach oben Spitz zuläuft und daher auch als Kirche bezeichnet wird. Atemberaubend. Und das nur durch Wasser und Lava.
Auch imposant ist der Aschekrater Hverfell oder Hverfjall. Den haben wir nur von weitem betrachtet, aber so einen riesigen Aschehaufen habe ich auch noch nicht gesehen. 452m hoch, stellt euch das mal vor.
Den Vulkan Krafla haben wir nun nicht besucht, da wir für so eine lange Wanderung nicht mehr Zeit (und Lust) hatten, das Wetter war nach 6 Tagen nämlich auch nicht mehr auf unserer Seite.
Am Mývatn befindet sich auch das Solftarenfeld Hverir. Jonathans Mutter war fasziniert von der Kraft, die unter der Erde herrscht. Ich fand diese vielen Pastelfarben noch viel spannender.


15. Grund: Weil Islands Landschaft so vielseitig ist.
Island bietet fast alles: grünes Weidenland, kleine Berge, schneebedeckte Gebirge, Lavafelder, aktive Vulkane, stille Vulkane, bergiges Hochland, Basaltwände, steinige Wüsten, Gletscher, riesiger Sander, junge Wälder, schwarze Strände, Kiesstrände, Felder, Fjorde, vereiste Seen und Eisberge... Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, da es überall anders aussieht.
Was man am liebsten mag, ist jedem selbst überlassen. Unser Favorit: der Norden. Wenn man die Fjorde entlang fährt hat man auf der einen Seite wunderschöne, hoch aufragende Berge und auf der anderen das blaue Meer. Einfach schön.

16. Grund: Weil die Sonne hier echt heiß ist.
Wir haben ja schon festgestellt, dass bei Sonnenschein sich 11°C wie 20°C anfühlen können. Aber man merkt hier die Sonnenstrahlen sogar durch die Wolken. Alles ist wolkenverhangen, aber man spürt die Sonnenstrahlen auf der Haut. Im Laufe dieser 2 Wochen hatte jeder irgendwann einen Sonnenbrand. Aber ich bin auch schön braun geworden. Bei 15°C. Fast undenkbar!

17. Grund: Weil Strände dampfen können.
Als wir so durch den Süden langführen, sahen wir etwas Komisches. Der Strand dampfte. Klingt komisch, aber genau so sah es aus. Also angehalten und hingestiefelt!
Auf dem Weg fand ich auch ein Geweih mit ein bisschen Schädeldecke im Fluss... Nett.
Wir begegneten anderen Deutschen, die erklärten, wo man am besten den Fluss überwindet und das der Sand bestimmt gute 30°C warm ist.
Als wir dann ankamen, war da wirklich Dampf. Und der Sand war warm, keine 30°C, aber warm. Das war so unwirklich. Weißer Nebel, schwarzer Strand.
Unsere wissenschaftliche Theorie: die Sonne hat den schwarzen Sand so sehr erhitzt, dass das Wasser einfach verdampft ist. Denn als wir gingen, schoben sich Wolken vor die Sonne und ganz allmählich wurde der Dampf weniger.
Nunja, wir sammelten ein paar Muscheln und Steine und wanderten durch diesen unwirklichen Ort.


18. Grund: Weil es ein Einhorn Monument in Island gibt.
In Höfn sind wir einkaufen gegangen und waren mal wieder tanken. Und schon vom Parkplatz konnte man es sehen: ein großer, verdrehter Holzstamm ragte am Strand hoch. Und das Ganze sah wirklich aus wie ein Horn eines Einhorns! Wie toll ist das denn?!


19. Grund: Weil Eis nicht nur weiß ist.
Jeder hat schonmal von davon gehört oder zumindest Bilder gesehen: Jökulsárlón, der Gletschersee mit Eisbergen darin. Dieser See wird gespeist vom größten Gletscher Europas, dem Vatnajökull (mir fällt grad auf, dass der übersetzt einfach nur "Wassergletscher" heißt). Das Schöne hier ist, dass riesige Eisberge in diesem See schwimmen und von da aus auf das Meer gespült werden. Kleine werden sogar wieder zurück an den Strand gespült und bilden einen wunderschönen Kontrast zum schwarzen Strand.
Aber so ein Eisberg schimmert auch nicht nur in Blautönen im Sonnenlicht. Vulkanausbrüche aus längt vergangenen Zeiten haben ihre Spuren hinterlassen, sodass schwarze Streifen die Eisberge durchziehen. Unglaublich schön. Und im Hintergrund glitzert der Gletscher im Sonnenlicht.
An dem Eisbergsee haben wir im Meer auch Robben und Papageientaucher erspähen können, neben den ganzen Möwen, Seeschwalben und jagenden Raubmöwen.


20. Grund: Weil Isländer nicht aufgeben.
Die Vestmannæyjar Inseln liegen im Süden Islands und sind, wenn man einen Tag Zeit hat, einen Abstecher wert. Wir haben es mit Glück im Unglück noch auf die Fähre geschafft. Wir hatten erst vergessen, die Fähre vorzubuchen, haben dann noch Plätze bekommen, nur ist dann wegen des Wetters die eine Fähre ausgefallen. Aber wir konnten noch übersetzen, die Fahrt war zwar schrecklich, das Schiff wurde richtig hin und her geschüttelt, aber wir haben alles, ohne uns über die Reling zu lehnen, überstanden.
Vestmannæyjar ist ja eigentlich eine Inselgruppe. Die Hauptinsel ist Heimæy.
Bei der Einfahrt in den Hafen sieht man auf der einen Seite kantige Klippen aufragen, die von Vögeln besiedelt sind. Auf der anderen Seite eine schwarze Lavalandschaft. Die 4260-Einwohnerstadt sieht, meiner Meinung nach, nur von oben schön aus, und es gibt mehrere Varianten sie so zu betrachten. Zum einen gibt es die Felsen an der Hafeneinfahrt, zum anderen bietet diese kleine Insel zwei Vulkane.
Einer davon, der Helgafell, ist vor 5000 Jahren ausgebrochen und hat hauptsächlich die heutige Form der Insel bestimmt. Der Eldfell brach 1973 aus. Und da beginnt die spannende Geschichte (die ich jetzt etwas kurz fassen werde).
Am 23.01.1973 sah eine Frau Lavafontänen aus einem Spalt in den Nachthimmel aufschießen. Da es ein Unwetter am Vortag gab, sind die gesamten Fischerboote im Hafen gewesen und so schafften es die Einwohner alle 5200 Menschen innerhalb von 4h zu evakuieren und auf Festland zu bringen.
Nach einer Weile konzentrierten sich die vulkanischen Aktivitäten auf einen Punkt, den heutigen Eldfell. Die dabei entstehende Asche war ein riesiges Problem, bis zu 5m hoch legte sie sich über die Insel. Die Bewohner ackerten, um diese ganze Asche wieder abzutransportieren.Vor allem die Dächer mussten unter der Last befreit werden. Dann wurde der Lavastrom zu einem Problem. Die Helfer vernagelten Häsuer mit Wellblech, retteten alles Hab und Gut der Bewohner, brachten das Vieh zum Festland. Im Februar begannen gefährliche Gase aus der beschädigten Kanalisation auszutreten und Helfer mussten evakuiert werden oder Gasmasken tragen. Die Lava kam unaufhaltsam der Stadt näher und vor allem der existenzabhängigen Hafeneinfahrt, da fast alle Bewohner der Insel vom Fischfang lebten. Ein pfiffiger Isländer kam auf die Idee, die heiße Lava einfach mit dem kalten Meerwasser abzukühlen und so zu verhindern, dass sie die wichtige Hafeneinfahrt verschließt. Und es funktionierte. Unzählige Pumpen wurden installiert um die Lava anzukühlen und so schafften es die Menschen, ihre wichtige Hafeneinfahrt zu retten.
Nach ein paar Wochen hat der Vulkan aufgehört Lava zu spucken. Die Menschen begannen aufzuräumen und Asche abzutransportieren. 400 Häuser waren für immer durch Lava und Asche zerstört. Und die Insel ist um 2 km² gewachsen. Die Asche wurde weiter verarbeitet, um z.B. die Flughafenlandebahn zu verlängern. Und die Wärme des neuen Vulkans wurde zum Heizen der Häuser genutzt. Oder auch zum Brotbacken, so machte es die Deutsche Ruth, in deren Unterkunft wir nächtigten. Leider ist der Vulkan schon ziemlich abgekühlt, sodass sie schon lange kein Brot mehr gebacken hat.
Innerhalb der Stadt ist nichts mehr zu sehen von den Tonnen an Asche, die auf ihr lagen. Doch von den Vulkanen aus kann man sehen, wie nah die Lava an die Stadt gerollt ist. Ein Anblick, der einen innehalten lässt.
Auf dem Eldfell gibt es sogar kleine Löcher am Krater, aus der noch heiße Luft strömt. Wir waren auf ihm, als die Wolken tief hingen und wir im Nebel auf dem Kraterrand liefen. Ein komisches Gefühl hat man schon, da dieser Vulkan ja erst 43 Jahre alt ist.
Die Menschen damals haben echt meinen Respekt verdient, so wie sie gekämpft haben um ihre Heimat zu retten. Ich würd mich nicht mit einem Vulkan anlegen.

links die beiden Vulkankrater, rechts die Klippen

Achso, und was Vestmannæyjar noch toll macht: Puffins! Empfehlenswert ist der Aussichtspunkt im Süden der Insel bei der Wetterstation. Dort ist ein kleines, grünes Haus von dem man die Papageientaucher beobachten kann, ohne sie beim Nisten zu stören oder gar auf die Nester zu treten.
Am besten mit Fernglas. Ich könnte ihnen stundenlang zugucken.


21. Grund: Weil es dort nicht immer Mücken gibt.
Der Mývatn heißt übersetzt Mückensee. Als wir da waren, hat es geregnet, so sind uns keine Mücken gegegnet. Das war schön.
Jetzt ein Grund Island nicht zu lieben: im gesamten Golden Circle sind uns die Viecher, keine Ahnung ob Mücken oder Fliegen, so unglaublich auf die Nerven gegangen. Permanent flogen sie vor dem Gesicht herum. Nur mit einem schnellen Schritttempo konnte man sie los werden. Aber stehen bleiben, um sich was anzugucken, ist so auch unmöglich.
Jonathan und ich banden uns irgendwann meinen Schal vor das Gesicht und liefen so durch die Gegend, was für Lacher bei anderen Touristen sorgte. Aber es war effektiv.
An Tankstellen gibt es sogar Netze zu kaufen, die man über den Kopf stülpen kann, aber die waren leider ausverkauft.

22. Grund: Weil so viel Energie unter der Erde ist.
Zum einen gibt es die Vulkane. Dann gibt es noch Geothermalgebiete. Zu sehen ist diese Energie z.B. in Sulfatarengebieten. Eine der bekanntesten Attraktionen ist aber der Geysir. Und da sind viele Touristen, aber es lohnt sich. Es ist einfach spannend zu warten, bis der Strokkur ausbricht, um dann doch überrascht zu werden. Der Vater aller Geysire schlummert leider, er hat es auf gute 60m Höhe gebracht. Aber auch schon die 30m vom Strokkur sind vollkommen ausreichend. Zumal er alle paar Minuten ausbricht.


23. Grund: Weil Hot Pots. Einfach weil.
Heiße Quellen zum Baden irgendwo in der Natur. Das ist eins der besonderen Dinge in Island. An unserem letzten Tag wollten wir genau so was nochmal besuchen. Dazu führen wir nach Hveragerði, von dort aus kann man zu einem heißen Fluss in den Bergen wandern, wo wir schon mit Jonathans Vater waren.Und das ist einfach coooool! In einem Fluss sitzen, der bestimmt mindestens 36°C hat. Geiiiiiil.
Natürlich gibt es noch viele viele weitere Hot Pots in Island, nur haben wir auf unserer Reise nur diesen besucht. Es gibt sogar extra Karten mit den Hot Pots Islands, falls es euch mal hierher verschlägt.


24. Grund: Weil IKEA das bekannteste Restaurant ist.
Zum Abschluss wollten wir noch gut und günstig essen gehen. Und was bietet sich da besser an als IKEA?
Restaurants in Reykjavík sind einfach nur übertrieben teuer. Außer das IKEA Restaurant. Und da schmeckt es sogar richtig gut! Und eine komplette Mahlzeit mit Nachtisch für knapp 10€, das bekommt man nirgendwo in Reykjavík!
Also, essen gehen in Reykjavík: IKEA.

25. Grund: Der gewisse Selbstanspruch.
Ich hatte bei unseren Unterkünften so das Gefühl, dass die Vermieter so einen gewissen Anspruch an sich selbst haben, ihren Kunden was Gutes zu bieten. Fast jede Unterkunft war quasi perfekt und richtig schön. Das eine mit Wasserfall und Pferden hinterm Haus, das andere mit einem Hot Pot im Garten wo wir morgens reinsprangen, eins, das komplett neu und einfach schön eingerichtet war und ein riesiges Frühstück hatte.
Bis auf die "Tochterfirmen". In Akureyri waren wir in einem Guesthouse, das von einem Hotel am anderen Ende der Straße geleitet wurde. Die Küche war schlecht ausgestattet, der Abfluss der Dusche mit Haaren verstopft, keine Rezeption. Im Süden waren wir in einer Unterkunft, die auch im Besitz eines anderen Guesthouses ein paar Kilometer weiter weg war. Die Betten waren klapprig, die Wände wie Papier, und nicht einmal Empfang gab es zum Buchen einer anderen Unterunft für die nächste Nacht. Und bei dem Preis war das unerhört. Tststs




Im Endeffekt kann man sagen: 
Island ist vielseitig.
Island ist voller Kontraste.
Island ist unvergleichbar.
Island ist wunderschön.
Es ist einfach toll, hier zu sein.


Wir haben gute 4000 Fotos gemacht... Bitte erwartet nicht sofort eine Galerie... Sorry

Sonntag, 3. Juli 2016

Wir sind unterwegs!!!

Hallo ihr Lieben,

Jonathans Mutter hat Island erreicht und jetzt reisen wir einmal um die Insel herum. Im Uhrzeigersinn, falls ihr es genau wissen wollt.
Diese Reise dauert 2 Wochen, danach gibts wieder einen Eintrag.

Aber als kleiner Eindruck, wir sind ja schon einen Tag unterwegs:
Die Schafe am Straßenrand, grüne Hügellandschaften die von kantigen Felswändem unterbrochen werden. Island ist einfach schön.

Grad befinden wir uns in unserer ersten Unterkunft in Eiríksstaðir. Hier haben wir einen tollen Ausblick aus dem Fenster: Pferdiiiiiis

Damit euch einen schönen Sonntag, wir melden uns!

Jonathan und Laura