Hallöchen!
Ich bin wieder dran mit erzählen!
Also wie angekündigt:
Der Ausflug mit dem Kindergarten. Der war nicht so groß wie der von Jonathan. Wir sind einfach in eine Art Musical/Theaterstück/wir-klimpern-auf-allen-möglichen-Dingen-rum gegangen. Dieses ganze Ding war in dem Zweitgebäude des Kindergartens, ein paar Straßen weiter. Dort sind die noch jüngeren Kinder untergebracht als meine es schon sind (2-3J.). Zusammen mit denen haben wir dann den Klängen des Duos gelauscht, wo einer der beiden in der Geschichte die Stimme verloren hat und sie diese gesucht haben. Und ja, ich musste am Ende nachfragen, weil ich kein Wort verstanden habe. Aber die Kinder hatten Spaß! Ok, welche von den Kleineren mussten weinen, als plötzlich lautere Geräusche kamen, aber einer aus meiner Gruppe ist vor Begeisterung immer aufgesprungen und wir mussten ihn echt zurückhalten. Aber süß war es trotzdem. Ich fand die Show an sich wirklich sehr gut gemacht, auch wenn ich nichts verstanden habe. Das Duo bestand aus einem Mann und einer Frau. Sie hat erzählt und gelegentlich Geige gespielt. Er hat also seine Stimme verloren und auf den absurdesten Sachen Musik gemacht: an eine Schnur gebundene, leere Skyrbecher, einer Minitröte, er hat vermutlich auf einem Unterkieferknochen eines Pferdes getrommelt und sogar mit so einem quitschendem Hühner-Hundespielzeug Musik gemacht. Am Ende hat er dann wieder seine Stimme gefunden, denke ich... Ich habe ehrlich gesagt nicht aufgepasst, ob er wieder gesprochen hat, weil ich den Plot erst danach erfahren habe. Tja, des ja jetz dooof.
Diesen ganzen Freitag hat es durchgehend geregnet. Deprimierendes Wetter.
Aber seit Samstag scheint die Sonne. Es ist soooo schön! Alle sind gut gelaunt. Wir haben ja die lange Winterdunkelheit verpasst. Aber alle Betreuer freuen sich über die Sonne und die Kinder erst recht. Der aktivste Junge der Gruppe durfte ja, auf Anraten eines Doktors, fast den ganzen Winter nicht raus. Eigentlich unpraktisch, der hatte sowieso schon viel zu viel Energie. Jetzt im strahlenden Sonnenschein darf er wieder raus und er ist nach ein paar Tagen immernoch jedesmal übertrieben fröhlich, dass er nun endlich wieder raus darf.
Ansonsten gibt es nur noch ein Kind von den 22 was Angst vor mir hat. Aber der ist soweiso meeeeeega unsicher und lässt wirklich nur sehr schwer jemanden an sich ran.
Das eine Mädchen hasst mich nun endlich auch nicht mehr, vermutlich, weil ich ihren Namen richtig ausspreche. Aber das ganze ist ziemlich hilfreich, endlich kann ich ihr Gesicht von Tomatensoße oder ähnlichem säubern.
Mein einer Liebling hat mich letztens auch als einen Freund bezeichnet. Das war schön! Er hängt jetzt auch wieder sehr viel an mir, will permanent auf meinem Schoß sitzen. Früher hatte er ganz starke Probleme mit andern Kindern zu spielen, er war einfach zu ängstlich. Langsam hatten wir ihn soweit, dass er entspannt war und sogar manchmal mit andern gespielt hat. Doch letzte Woche haben großere Kinder "rennen wir ihm hinterher und erschrecken wir ihn" gespielt, als er draußen war... Nun ist alles zunichte und wir müssen bei Null anfangen. Heute ist er mit einem Mädchen draußen nur Hand in Hand rumgelaufen und hat auch wieder Angst vor ihr bekommen. Aber er hat einfach nicht den Mut oder die Kraft sich dann loszureißen. Er läuft leise weinend weiter. Jetzt müssen wir uns wieder langsam rantasten, aber solange er sich noch traut, in den Kindergarten zu kommen, stehen die Chancen gut.
Wir haben auch einen autistischen Jungen in der Gruppe. Der sieht mich auch langsam als Bezugsperson und spielt mit mir und wenn er mit der Situation nicht klar kommt, lässt er sich auch einigermaßen von mir beruhigen. Mit ihm macht es auch Spaß zu puzzeln, er kann das richtig gut. Damit kann man ihn auch immer gut beschäftigen, sonst würde er sich nur an Türen aufhalten.
Bei einem Jungen habe ich das Gefühl, dass er nicht 3 Jahre sondern 14 Jahre alt ist und somit mitten in der Pubertät. Der wehrt sich echt gegen alles. Gegen Essen, gegen das Abräumen vom Essen wenn er fertig ist, gegen das ins Bett bringen zum Mittagschlaf (am Ende schläft er fast immer). Man bekommt immer ein zickiges "Nein" als antwort, begleitet von einem Kreischen wenn man dann abräumt oder ihn zum Bett trägt. Und das jeden Tag. Pubertät und Regeln passen einfach nicht zusammen.
Was gibts noch Spannendes... Einer bekommt regelmäßig grundlose Wutanfälle. Er hat kúka gemacht und ich wollte seine Windel wechseln. Aber er wollte das nicht. Als ich das trampelnde Kind endlich auf den Wickeltisch gelegt hab, hörte er immernoch nicht auf. Am Ende habe ich jemanden geholt, der was zu ihm sagt, weil Beine festhalten einfach nichts brachte. Nunja, durch das trampeln war natürlich der Windelinhalt komplett breitgeschmiert... Wunderbar. Gestern ist er auch kreischend zusammengebrochen, weil er keine Jacke anziehen wollte. Wir boten ihm sogar eine grandiose Auswahl von zwei Jacken an! Keine wollte er. Zu zweit haben wir es dann aber doch geschafft, ihn anzuziehen und draußen wartete sein Bruder auch schon, der hat ihn dann irgendwie beruhigt.
Sooooo, das war dann mal ein Eindruck von meiner Gruppe. Nur ein kleiner, es wäre zu viel über jedes der 22 Kinder was zu schreiben.
Ich hoffe, der Post war nicht zu lang. Aber ich hatte mal Lust zu erzählen!
Liebe Grüße,
Laura (und Jonathan)
OMG OMG OMG OMG
Ich sitze hier gemütlich und schreibe an dem Blogeintrag, plötzlich höre ich Schreie im Flur. Wir verstehen nicht, was abgeht... Doch dann verstehen wir zwei Wörter: Northern Lights!
Wir aufgesprungen, runter gerannt und, Tatsache, da waren sie: Nordlichter. Am Horizont noch das restliche Dämmern des Sonnenuntergangs. Vor der Tür direkt eine Straßenlaterne. Und man sieht sie trotzdem! NORDLICHTER UNTER EINER STRAßENLATERNE?!?!?! Heilige Scheiße. Entschuldigt meine Ausdrucksweise. Aber Heilige Scheiße.
Das wird eine kurze Nacht, Jonathan und ich stiefeln nochmal los.
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