Donnerstag, 21. April 2016

Prokrastination

Hallo...
wir dachten mal, wir melden uns mal wieder nach über einer Woche. Wir haben es effektiv vor uns hergeschoben, einen neuen Eintrag zu schreiben. Aber jetzt sind wir zurück!

Um euch auf den neuesten Stand zu bringen, hier in Kurzform unsere vergangene Woche.
Mittwoch (13.4.) → letzter Blogeintrag
Donnerstag → Sonnenbad im Garten
Freitag → Lauras Erste-Hilfe Kurs & Kino & mein Kindergarten
Samstag → Haare schneiden & Großes Fressen
Sonntag → faulenzen
Montag → Ich bin krank & der größte Einkauf ever
Dienstag → Sprachkurs
Mittwoch → Neuankömmling
Heute → Blog schreiben

Soooo, kommen wir nun zu den Details.
Letzten Donnerstag war eigentlich nicht viel los, Laura und Ich waren beide arbeiten, es war anstrengend. Die kleinen Scheißerchen scheißern immer noch froh vor sich hin und wir gehören immer mehr dazu.
Aber am Nachmittag haben wir uns hinten in den Garten gesetzt und es uns da mit einer Decke bequem gemacht. Das Wetter hat auch mitgespielt, zur Abwechslung hat der Wind abgeflaut und die Sonne konnte ihre ganze Kraft von 9°C entfalten. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber hier ist das für Frühling super!
Ne knappe halbe Stunde konnten wir so sitzen und dann kam der Wind wieder, aber die Zeit auf der Decke war trotzdem schön.
Freitag war Lauras Kindergarten für Eltern und Kinder geschlossen. Mitarbeiterbesprechung und Erste-Hilfe Kurs waren an der Tagesordnung. In der Mitarbeiterbesprechung ging es hauptsächlich um das Verhalten der Kinder und wie man damit umgehen könne. Es gibt wohl ein paar Problemkinder, z.T. auch mit geistigen Behinderungen oder sozialen Einschränkungen, deshalb muss man da besonders vor- und nachsichtig sein. Beim Erste-Hilfe Kurs hat Laura gelernt, wie man ein Baby wiederbelebt, ebenso wie bei 5-6 Jährigen und bei Erwachsenen. Mit "Wiederbeleben" meine ich in diesem Fall Herz-Lungen-Wiederbelebung, im Englischen auch kurz "CPR" genannt. Einen Vortrag zum Verhalten bei Verbrennungen, Giften, Kopfverletzungen etc. gab es auch.
Bei mir gab es ein paar brisante Infos über meinen Kindergarten. Eine der Mitarbeitern hat nämlich beim Ministerium für Bildung angerufen und sich dort über die Rechtslage und Richtlinien für Kindergärten informiert und dort einige Unstimmigkeiten gefunden. So ist es z.B. Vorschrift, dass mindestens 2/3 aller Mitarbeiter eine isländisch anerkannte Kindererzieherausbildung besitzen. In meinem Kindergarten besitzen 0/7 solch eine Ausbildung. Zusätzlich ist mein Status als Freiwilliger unklar, da nicht 100%ig geklärt ist, ob ich als Arbeitskraft zähle, mir somit also Kinder "anvertraut" werden dürfen (momentan bin ich direkt für 4 Kinder in meiner Gruppe verantwortlich). Es gab auch mehrere weitere Unstimmigkeiten, auf die die Leiterin mehrfach hingewiesen wurde, aber die sie konsequent ignoriert hat und sich sehr ungehalten dem Personal gegenüber verhalten hat. Ich habe das auch an meine Organisation vor Ort weitergeleitet und diese hat mich am Dienstag eingeladen, vor dem Sprachkurs vorbeizukommen und das zu erläutern. Es ist weiterhin unklar, was mit dem Kindergarten passieren wird.
Am Abend sind wir ins Kino gegangen, da momentan die Norwegischen Filmfestspiele stattfinden und es viele Filme gratis zu sehen gibt. Wir entschieden uns für "Louder than Bombs", vom norwegischen Regisseur Joachim Trier. Ein super Film, sehr empfehlenswert. Es ist ein dramatischer Film, der sich um einen Vater und seine 2 Söhne dreht, die ihre Mutter/Ehefrau durch einen Autounfall verloren haben und ihre darauffolgende Geschichte. Hier ein Trailer für einen kleinen Eindruck.




Samstag hatten wir frei und nahmen ein schon lange angepeiltes Projekt in Angriff: Mir die Haare zu schneiden. Nachdem sich Laura Mut angetrunken hatte (nur Wasser, keine Sorge) legte sie auch schon los mit dem Rasierer. Die ganze Wolle kam ab. Nur etwa 5cm blieben übrig. Laura ging auch noch mit der Friseurschere rüber (danke Jana!!) und nach ner guten Stunde wars dann auch schon vorbei. Mir war es am Anfang schon ein bisschen zu kurz, aber in dem Moment ging es eben einfach nicht besser mit den gegebenen Umständen. Den ganzen Prozess haben wir hier für euch festgehalten:
 
Die Qualität ist leider von Blogger massiv runtergeschraubt worden, deshalb erkennt man nicht so viel.... aber wir habens versucht... Bestimmt 3h lang...

Nachmittags fingen wir dann an zu kochen für das große Essen, was am Abend anstand. Unsere WG hatte sich mit der anderen kleineren WG kurzgeschlossen, ein "Bankett" zu veranstalten. Jeder sollte etwas zu Essen mitbringen. Das Ganze endete in einer Fressorgie. Es war viel viel viel viel viel zu viel Essen. Es war alles super lecker, es gab Salat, Nudelsalat, Kartoffeln, Hummus, Guacamole, selbstgemachte Pralinen und und und. Nachdem wir alle vollgefressen waren, haben wir noch bis etwa halb 12 Scharade u.Ä. gespielt, bis wir losmussten, um den letzten Bus um kurz nach 12 zu erwischen. Alles in Allem ein seeeeeeehr gelungener Abend. Die Kalorien spüren wir zwar heute immer noch, aber das war es wert.
Sonntag versuchten wir die Kalorien vom Vorabend auszugleichen, indem wir den Tag mit Obstsalat begannen und uns vornahmen, nur wenig weiteres zu essen. Ob es was gebracht hat? Wer weiß das schon.
Montag war ich krank und hütete das Bett. Ich habe viel geschlafen und abends gings mir wieder richtig gut. Am Nachmittag aber verließ ich zusammen mit Laura doch noch das Haus. Wir mussten mal wieder einkaufen. Das Deprimierendste, was man nur machen kann, bei den Preisen hier. Aber was getan werden muss, muss getan werden. Wir kämpften uns also durch den Bónus durch und stopften uns den Einkaufswagen so voll, wie wir uns zutrauten, zurücktragen zu können. Im Endeffekt war das doch eine erstaunliche Menge. Wir blechten fast 75€ für den Einkauf. Unser teuerster Einkauf bisher! Aber es war eben auch eine ganze Menge an Lebensmitteln. Gemüse, Reis, Nudeln, Fisch, Milch, Eier, etc etc etc. Jeeeeeeeede Menge Kram. Langsam schleppten wir uns und unseren Einkauf zurück und ich war froh, lebendig wieder da zu sein und quasi sterbend in mein Bett zu fallen. Geschlafen und Zack! war es auch schon Abend. Wieder bewegen...  Na toll...
Aber mir gings dann auch im Laufe des Abendbrotes wieder gut und ich fühlte mich fit, die Woche weiterzuleben.
Dienstag war der Sprachkurs und das davorige Gespräch mit der Leiterin von "AUS". Leider ist dabei nicht viel rausgekommen, sie sagte mir nur, dass sie kaum etwas unternehmen könne, sie wäre genauso an die Entscheidung gebunden, die das Ministerium/die Gewerkschaft treffen würde (die, die halt dafür verantwortlich sind... wir wissen es nicht genau). Ich habe ihr ein paar Vorschläge gemacht, wie man mit der Situation umgehen könnte und sie meinte, sie würde darüber nachdenken. Auch weiterhin bin ich gespannt auf den "geheimen" Prüfer, der wohl bald erscheinen wird um den Kindergarten unter die Lupe zu nehmen.
Mittwoch, also gestern, kam der neue Freiwillige aus Mexiko. Wir waren die Ersten, die ihn empfingen in der Wohnung. Wir zeigten ihm alles und er erzählte uns von seiner 3-tägigen Reise. Über Frankfurt und einen 24-Stunden Aufenthalt dort und über jemanden, der ihm wohl dort ganz nebenbei Heroin angeboten haben soll. Wilde Stories aus Deutschland!
Der Abend verlief ruhig und sehr nett, wir saßen unten, laberten und tratschten so vor uns hin. Achja, der Neuankömmling hat Alkohol mitgebracht, gerngesehene Ware, hier wo der Alkohol so teuer ist. Der wird jetzt gut dosiert, damit er länger hält.
Heute: Es ist Sommeranfang in Island (zumindest kalendarisch) und das wird gefeiert. Jeder hat frei, es ist ein offizieller Feiertag. Das nutzen wir, um zu malen, zu schreiben und generell kreativ zu sein. In der Wohnung... Aber mit Fenster offen! Dazu noch sehr entspannende Musik und das ganze läuft.

Einen entspannten Rest-Tag wünschen wir euch noch hier aus dem bewölkten Island.
Bless bless!
Jonathan & Laura

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