Donnerstag, 29. Dezember 2016

Der Präsident von nebenan

Hallo, willkommen zurück beim unregelmäßigen Blog von Laura und Jonathan aus Island.
Wie ihr dem Titel vielleicht schon entnehmen konntet, haben wir den Präsidenten von Island getroffen. Also so richtig zu ihm nach Hause. Der Präsident von Island, zur Zeit ist es Guðni Thorlacius Jóhannesson, lebt immer am selben Ort, einem recht großen Haus in einem der Randbezirke von Reykjavík.
Wir wurden von unserer Entsendeorganisation vor Ort eingeladen, ihn zu besuchen und wir willigten ein. So ging es also bei Wind und Wetter nach Álftanes. Geöffnet wurde uns von einem sehr mürrischen Leibwächter, der uns auf Isländisch anblaffte, was wir denn hier wollen würden. Wir konterten zurück, wir wären verabredet mit dem Präsidenten.
Seine Antwort: "Der Präsident erwartet heute keinen Besuch."
Kurz danach fing er an zu grinsen: "Ich mach nur Spaß, kommt rein."
Der andere Leibwächter war aus einem ähnlichen Holz geschnitzt, beide waren immer für einen Spaß zu haben, selbst über den Präsidenten.
Selbiger war übrigens auch ein unglaublich freundlicher und ruhiger Mensch. Er begrüßte uns mit Cola und Wasser und hielt eine kleine Rede auf Englisch, damit auch alle tatsächlich alles verstehen konnten. Dabei baute er immer wieder die eine oder andere witzige Anekdote ein.

Danach ging es in die Bibliothek, wo wir ihm jede Frage stellen durften, die uns grade so durch den Kopf gingen.
Es ging weniger um politische Dinge als tatsächlich um Island generell.
Er zeigte sich offen und teilte so einiges mit uns, unter anderem dass er wahrscheinlich einige Dinge in dem Haus würde umdisponieren müssen aufgrund seiner Kinder. Bei insgesamt fünf an der Zahl, von denen einige auch noch sehr jung sind, war es ihm zu schade um manche Gegenstände im Haus, so auch eine der ersten Isländischen Bibeln, die je gedruckt wurden. Er meinte es sei zu gefährlich, da seine Kinder Buntstifte lieben würden und das Buch sonst darunter leiden würde.
Ganz generell kam es uns nicht vor, als würden wir das repräsentative Oberhaupt dieses Landes treffen, sondern eher als wären wir zu einem Plausch beim Nachbarn eingeladen worden.
Soviel zum Präsidenten.

Nun zu einem anderen Thema: Laura und Ich haben für das Rote Kreuz hier Heiße Schokolade verkauft! Echt ne tolle Idee, Heiße Schokolade gegen eine Spende, egal wie groß.
Viele spendeten und genossen ihr Heißgetränk an diesem mittelmäßig kalten Tag. Alle waren sehr freundlich zu uns gaben uns Geld auch wenn sie gar keinen Kakao wollten. Es war sehr interessant, einfach für ein paar Stunden an einer sehr gut besuchten Straßenkreuzung zu stehen und die Leute zu beobachten. Es waren natürlich hauptsächlich Touristen an diesem Sonntag unterwegs aber auch die Isländer kamen und spendeten fleißig.
Es tut sich gut an, so um die Weihnachtszeit mal was anderes zu machen, als nur weinende Kinder zu "bemuttern".
Frohe Weihnachten (nochmal nachträglich) und ein Gesundes Neues Jahr 2017 wünschen wir!

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