Mittwoch, 11. Mai 2016

Wie unterschiedlich es doch sein kann

Hallo hallo!
Ich erzähl mal wieder von Arbeit. Hatte zwei so komplett unterschiedliche Tage...

Gestern war Chaos. 20 Kinder und nur 2 Betreuer... Eine Betreuerin dauerkrank wegen Wirbelbruch, die andere auf einem Seminar, der nächste führt Elterngespräche und die eine kommt nicht ohne anzurufen. Also nur zwei gegen eine 20-köpfigen Chaosarmee. Klingt nach Spaß!
Aus den anderen Gruppen sind natürlich welche helfen gekommen, auch die Chefin des Kindergartens hat in jeder freien Minute geholfen, aber man wusste halt auch nie, wie viele helfen kommen, wir waren teilweise nur zu dritt.
Vormittags haben wir dann zwangsweise die Kinder nach draußen geschickt, weil dort ja auch genügend weitere Betreuer zum Aufpassen waren. Ich hab drinnen aufgeräumt und alles für das Mittagessen und den Mittagschlaf vorbereitet und bin dann aber auch noch raus, es mangelte echt an allen Enden.
Beim Mittag war ich das erste Mal allein mit 7 Kindern... Und die haben nur Scheiße gemacht. Egal wie laut ich "Ekki" oder "Nei" (Nicht und Nein) gesagt habe, egal wie oft ich ihnen Besteck weggenommen und die Arme zurück an den Tisch gezogen habe, die haben mich so ziemlich ignoriert und weiter gemacht. Die Sprachbarriere hat da natürlich auch nochmal ihren Teil dazu beigetragen. Am Ende wurde mir aber versprochen, dass ich das nicht nochmal allein machen muss. 7 Kinder allein zu händeln ist auch für die andern nicht einfach. Aber ich hoffe, dass ich später das nochmal machen kann, ziemlich enttäuschend fand ich das schon, wie machtlos ich einfach war.
Beim Mittagschlaf sind die Kinder zum Glück ein bisschen runtergekommen, aber leider war der ziemlich kurz.
Eigentlich hätte ich danach meine Pause gehabt, aber dann wäre eine Springerin allein gewesen mit den 15 wachen Kindern und das fand ich unzumutbar weswegen ich da blieb. Nach den anderen wollte ich dann aber auch nicht meine Pause machen, da ich dann nur noch 20 Minuten gearbeitet hätte vor dem Feierabend, daher ließ ich die Pause komplett sausen. Bei so einem Ausnahmetag muss man halt mal Kompromisse eingehen.
Als Alle aus der Pause wieder kamen, beruhigte sich die Situation langsam, da genug Helfer da waren. Ich machte dann noch das Vesper mit den Kiddies, was ich mittlerweile gut händeln kann. Brote vorgeschmiert und dann geht das auch fix, wenn die mehr wollen. Zwischendurch immer wieder deutlich "Sestu" (Setz dich) sagen, ohne Besteck können sie ja zum Glück auch nicht viel mehr Unsinn machen.
Der Betreuer war dann irgendwann fertig mit den Elterngesprächen und kam zu mir, hat sich über den Tag unterhalten, nochmal Stresstipps gegeben und sich für meinen Einsatz bedankt. Die Pause bekomme ich irgendwann mit einem früheren Feierabend angerechnet. Auch kam wieder die Frage, ob ich hier nicht anfangen will zu arbeiten. "Meine Eltern würden mich dafür hassen." - "Keine Sorge, bekommst ein Paar Eltern von mir, habe zwei." Soweit wird es aber nicht kommen, keine Sorge :D
Punkt 15 Uhr wurde ich dann nach Hause geschickt, obwohl ich eigentlich noch das Vesper aufräumen wollte, aber ich wurde nicht gelassen.
Zu Hause habe ich erstmal meine verschwitzten Sachen gewechselt und eine halbe Stunde geschlafen, bevor es zum Sprachkurs ging.

Heute dann der komplette Gegensatz.
Heute war ein Ausflug zu einem Park am Rand von Reykjavík. Und (fast) alle Eltern sind mitgekommen. Nur auf ein Mädchen mussten wir aufpassen.
Als ich um 9 ankam, waren nur wenige Kinder da, 10 vielleicht. 15 Minuten später kamen dann die Eltern und ein paar Kinder mehr. Den Rest der Bande trafen wir am Bus vor dem anderen Kindergartenhaus (wo die ganz Kleinen sind).

Innerhalb von 15 Minuten waren wir dann auch schon am Park, wo alle erstmal eine kleine Runde auf Islandpferden reiten konnten. Ich habe eigentlich nur Fotos gemacht, musste ja auf niemanden aufpassen. Danach eine Pylsur-Party, also Hot Dogs. Nomnomnom. Ich habe noch ein paar Kinder auf einem Karussel angeschubst und dann gings schon wieder zurück. Der ganze Ausflug dauerte 2,5h.
Ein paar Kinder gingen dann nach Hause, ein paar wurden wieder in den Kindergarten gebracht. Der Abschied fiel allen suuuuper schwer. Ein Mädchen, was normalerweise leise und ruhig ist, weinte so extrem, das es fast schon nach einem Exorzismus klang. Ein bisschen geschockt waren wir da ja schon.
Statt Mittagschlaf gabs eine Ruhezeit wo eine Geschichte vorgelesen wurde. Ich hatte währenddessen Pause und schaute ein bisschen Nachrichten.
Danach waren wir zu fünft und mussten auf vielleicht 10 Kinder aufpassen. Eigentlich haben wir nur gequatscht und einer ist zwischendurch mal aufgesprungen um nach dem einen oder anderen weinenden Kind zu gucken.
Heute war also zusammengefasst ein sehr entspannter Tag. Sehr schön nach gestern.

Nunja, ich hoffe ihr genießt die 25 Grad und den Sonnenschein.
Wir haben 8 Grad und Wolken.
Aber die Nacht wird hier mittlerweile nicht mehr dunkel. Immer dämmert es am Horrizont und um 23 Uhr ist es noch hell. Das ist super verwirrend beim Aufwachen, wenn es aussieht wie 7 Uhr, aber eigentlich ist es um 3 oder 4.

Nunja, einen schönen Abend erstmal noch!
Laura und Jonathan

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