Trotzdem ist es geil. Es gab einen riesigen "Off venue" - Stundenplan, von 15-19 Uhr gab es stündlich an jeder Ecke irgendwo ein Konzert. Kostenlooooooos. Da freut sich das arme Freiwilligenherz. Man wird ja nicht gezwungen, was zu trinken.
Am Montag waren wir bei einem Warm-Up. Ein Bekannter trat im "Studentenkeller", einer Bar/einem Restaurant auf dem Unigelände, mit seiner Band Stormur & Bliða auf. Diese kann man als isländische, spirituelle Reggae Hip Hop Band einordnen. Klingt strange... Es ist auch gewöhnungsbedürftig. Aber mit Abstand das Beste, was wir an dem Abend gesehen haben. Es folgte ein Soloauftritt mit Loopmachine und komplett chaotischem Leidensgesang, isländischer somit unverständlicher Hip Hop, ein betrunkener, amerikanischer Rapper und eine nunja... Alternative Musik von vermutlich zwei Okultisten, die uns alle nackt sehen wollten.
Aber macht euch doch selbst einen Eindruck.
(Nebenbei, es war Halloween. Und für ein Video von den Okultisten reichte der Akku vom Handy leider nicht mehr.)
Am Mittwoch ging es mit den kostenlosen Konzerten erst richtig los. Aaaaber aufgrund von Müdigkeit blieben wir daheim, da eh alle Künstler, die ich sehen wollte, nochmal an den anderen Tagen auftraten.
Am Freitag wollten wir mit ein paar anderen zum einzigen Konzert von Sóley, einer recht international bekannten Sängerin. Nur trat sie in einem winzigen Café auf, sodass wir, obwohl wir eine knappe Stunde vorher da waren, schon nicht mehr rein kamen. Durchs Fenster konnten wir noch eine Weile den verrücktem Tanzstil der Sängerin davor beobachten (Milkywhale), bis wir uns dann doch entschieden, woanders hinzugehen. Denn mit jeder Minute kamen mehr Leute und das war uns dann zu viel.
Wir landeten wieder im Studentenkeller, wo die Band Sofia Björg auftrat. Endlich mal gute Musik. Danach sind wir ins KEX Hostel, wo eine britische Rapperin/Lyrikerin Kate Tempest auftrat. Da es keine Sitzplätze mehr gab, saß ich in einer Ecke auf dem Boden und strickte, bis das Konzert anfing.
Am Samstag wollte ich uuunbedingt zum Konzert von Júníus Meyvant, den ich schonmal live gesehen habe, damals bei der Culturenight in der Bank. Und wie erwartet war auch das Konzert wieder richtig schön. Zwischen den Songs machte er ein paar Witze, was eine sehr entspannte Atmosphäre brachte. Ich strickte ganz entspannt zur Musik. Weihnachten naht, es gibt viel zu tun, und am besten geht das zu guter Musik. Am Ende seines Konzertes ergatterte ich mir noch ein oldschool Autogramm. Alle anderen machten Selfies.
Danach traf ich mich mit einigen anderen im neuen Hardrock Café Reykjavíks. Dort trat die Reggae Band AmabAdamA auf. Die war uns schon recht bekannt, auf unseren Roadtrips war ihre Musik fest in der Playlist vertreten. Unglaublich viele Familien waren auch da und die Kinder drängten sich in der ersten Reihe. Während des Konzerts tanzten die Sängerinnen ganz komisch, der "DJ" spielte auf einer Triola oder Blasharmonika und auch die Kinder durften mal ins Mikro singen. Am Ende tanzten sie auch mit ihnen auf der Bühne. Das war echt süß und auch recht unerwartet. Ein tolles Konzert.
Sorry für den miesen Sound
Das wars dann auch mit unserem Airwaves Festival.
Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, wenn man zufällig im November mal hier sein sollte. Die richtigen Konzerttickets kosten gute 150€, wenn nicht mittlerweile sogar mehr bei dem Wechselkurs. Aber die brauch man hier gar nicht.
Laura und Jonathan
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