Dienstag, 29. März 2016

Im Hyundai durch West-Island

Wie versprochen gibts jetzt nach der Reise (leicht verspätet) den kompletten Bericht. Bevor ihr das hier lest, wartet noch eine Sekunde!
Macht euch einen Tee, holt euch vielleicht ein paar Kekse, bevor ihr zu lesen anfangt. Das hier könnte dauern.

Die Reise:

Tag 1:
Alles fing um etwa 9 Uhr in unserem Wohn/Ess/Küchenzimmer an. Laura, Raquel und ich waren schon da und erwarteten die beiden anderen Mitreisenden, damit wir zusammen zur Autovermietung gehen konnten. Jeder hatte einen großen Rucksack dabei, in denen genug Verpflegung für einen deutlich größeren Trupp gewesen wäre. Zusammen stiefelten wir die 300 Meter bis zu SadCars, frohen Mutes aber noch leicht müde. Unterwegs wurden uns die Basics der günstigsten Autovermietung Islands erklärt:

1: Man weiß nie genau, welches Modell man kriegt. Man zahlt für eine gewisse "Autoklasse" (in unserem Falle die Günstigste) und dann kriegt man ein Modell aus diesem Bereich. Uns wurden die Schlüssel zu einem mittelprächtigen Hyundai überreicht, dessen Tank etwa halbvoll war. Das bringt Mich zum nächsten Punkt.
2: Der Tank könnte sowohl voll als auch leer bei der Übernahme sein, es wird nicht überprüft. Man muss also ein bisschen Glück haben, sodass die vorigen Besitzer wenigstens genug Sprit für die Fahrt zur nächsten Tanke übrig gelassen haben. Wir waren mit unserem halbvollen Tank schon SEHR gut dran.
3: Kleinere Schrammen und Dellen im Auto sind nicht weiter schlimm. Vor der Abfahrt wird halbherzig das Auto untersucht vom Personal und nur die größten Blessuren werden vermerkt, die kleineren nur mit einem Achselzucken beehrt. Auch bei der Rückgabe gab es keine Probleme, auch wenn wir sicherlich kleinere neue Schrammen hatten.

Außerdem wurde uns geraten, bei stärkerem Wind die Autotüren beim Aussteigen festzuhalten, da diese sonst abgerissen werden könnten. Und es war reichlich starker Wind auf unserer Fahrt, aber mehr dazu später.

Nachdem wir unser Auto also entgegen genommen hatten, gings auch schon zur nächsten Tanke: Vollmachen. Nach nur sage und schreibe 13 Litern war der Tank voll. Und innerhalb der nächsten 10 Minuten waren wir auch schon raus aus der Großstadt und mitten auf dem Land. Nun passierten uns nur noch gelegentlich kleinere Häuser oder ganze Ortschaften, die Vororte von Reykjavík.
Als wir auch diese hinter uns ließen, bot sich uns ein spektakulärer Ausblick. Der Stadtberg "Esja" zu unserer Rechten und das Meer und darüber hinaus die Küste von Reykjavík zu unserer Linken. Wir kamen sogar in das seltene Vergnügen Bäume sehen zu dürfen. Es gibt nämlich auf Island vergleichsweise seeeeeeeehr wenige Bäume, weil die früheren Siedler die Bestände quasi komplett gerodet hatten und so nicht viel übrig blieb. Jetzt sind die Isländer fleißig am Nachpflanzen, aber die daraus entstehenden Bäume sind bisher meist eher kläglich in ihrer Größe.
Wir folgten der Straße immer weiter, die ganze Zeit kriegten wir die Münder kaum zu vor lauter Begeisterung. Unser erster richtiger Stopp war Borgarnes, um Zutaten für das Abendessen und das Osterfrühstück beim lokalen Bónus zu besorgen. Doch unterwegs nahmen wir nicht den Tunnel, sondern nahmen den längeren Weg am Hvalfjörður, dem wunderschönen Fjord, unter dem der Tunnel entlang führt. 1 Stunde länger wurde unsere Fahrt dadurch, aber das war jede Sekunde wert. Unterwegs begegneten uns nur vereinzelt Autofahrer, dafür aber umso mehr Islandpferde, die ich fast unhöflicherweise als "Ponys" betitelt hätte, aufgrund ihrer Größe.
Wir staunten die ganze Zeit nur über Islands reichhaltige Natur, bis wir Borgarnes erreichten, wo wir ernüchtert wurden von dem immens starken Wind, bei dem wir tatsächlich unsere Türen festhalten mussten. Eigentlich war es nicht wahnsinnig kalt, aber der Wind kühlte uns so dermaßen ab, dass wir innerhalb von wenigen Sekunden bereits froren. Im Bónus kauften wir alles Nötige für Spaghetti und für ein reichhaltiges Frühstück. Nach diesem kurzen Stopp fuhren wir weiter in Richtung unseres nächsten planmäßigen Halts: Hraunfossar, eine Aneinanderreihung von Wasserfällen mit einem eingefallenen steinernen Bogen darüber. Unterwegs begegneten wir wieder wenigen Menschen und einigen Pferden.
Angekommen bei  Hraunfossar trafen wir wieder das übliche Aufgebot an Touristen, mit denen wir uns das Jagdrevier für Fotos teilen mussten. Die Wasserfälle brausten mit solch einer Kraft an den Felsen herunter, dass ein Sturz hinein höchstwahrscheinlich den Tod bedeuten würde. Auch hier bekamen wir den Wind (und die damit zusammenhängende Kälte) wieder ordentlich zu spüren und wir packten uns dick ein in unsere Jacken. Es gab nur eine Brücke über den Fluss und der Wasserfall nahm die ganze Felsspalte aus, in der er der Fluss dahinfloss.
Er war wunderschön anzusehen. Ich hätte wahrscheinlich Stunden dort sitzen können und dem Rauschen lauschen können, aber wir mussten weiter. Zurück in Auto wärmten wir uns erst einmal wieder auf, bevor es weiterging. Die ersten mitgebrachten Sandwiches wurden verspeist und es war gute Stimmung im Auto.
Unterwegs fingen wir an, die ersten Reisespiele zu spielen. Tiere mit bestimmten Buchstaben zu finden, zum Beispiel: ElefanT - TigeR - RattE und so weiter, das Ganze auf Englisch wegen unserer spanischen Begleitung. Unser Spiel wurde abrupt unterbrochen, als wir über einen Hügel fuhren und sich uns ein unglaubliches Naturspektakel bot. Unseren Mündern entwich nur im Chor ein "Woooooooooow". Ein riesiger See war zur Gänze zugefroren, aber das Eis war an Stellen gebrochen und türmte sich auf zu Schollenbergen. Noch eine Besonderheit war der der schwarze Rand, den die Schollen aufwiesen, fast als wären sie geschwärzt. Wir hielten natürlich an, um dieses Phänomen genauer betrachten zu können. Von Nahem war das Ganze sogar noch beeindruckender als aus der Ferne. Die Platten türmten sich auf und ergaben unglaublich filigrane Muster. Niemand von uns wusste, wie das zustande gekommen war und auch Google konnte nicht weiterhelfen. Nach einiger Zeit und vielen Fotos gingen wir zurück zum Auto und nahmen unser Spiel wieder auf. Nach einiger Zeit gingen uns die Tiere für verschiedene Buchstaben aus, aber wir kämpften weiter.
So erreichten wir nach einiger Zeit unseren nächsten Halt. Vor uns erhoben sich die riesigen Basaltsäulen von Gerduberg. Hier hielten wir uns nicht länger als nötig auf.

Tür auf, raus, Jacke an, Foto, rein, Tür zu, weiter.

Nun hatten wir vor dem endgültigen Ziel für heute nur noch eine Station vor uns. Jedoch fanden wir, dass auf einer der mitgebrachten Karten ein mysteriöser Punkt an der Küste eingekreist war. Wir entschlossen uns, dem nachzugehen. So fuhren wir ab von der Hauptstraße und schlugen uns auf einer eher schlecht als recht befestigten Straße weiter Richtung Küste. Nach mehreren Kilometern beschlich die Damen das Gefühl, der Punkt könnte sich als Fehlschlag entpuppen und wollten umkehren. Ich wurde überstimmt und mit einem leicht gehässigen Kommentar über weibliche Intelligenz (ihrerseits) drehten wir um... Und steckten prompt fest.. Im Schlamm..mit beiden Hinterreifen. Super.
Der Boden sah zuerst tatsächlich fest aus, aber darunter kam nur weicher Schlamm zum Vorschein.
Aber nach einigem Geschiebe war das Auto wieder frei und ich konnte mir einen Gegenkommentar zur "weiblichen Intelligenz" nicht verkneifen. Es wurde unser Running Gag für die restliche Fahrt an diesem Tag.
So steuerten wir unser letzes Ziel an: Ytri Tunga. Dort wurden uns Robben versprochen. Zuerst sahen wir nur Meer und ich war zuerst etwas enttäuscht, trotz super Aussicht auf die ringsumliegenden Berge und den felsigen Strand. Doch dann tauchten doch noch ein paar vereinzelte Robben auf und der Tag war gerettet. Ich kletterte sogar auf die Felsen, um einen besseren Blick auf die Robben erhaschen zu können, denn diese lagen nicht faul am Strand herum, sondern schwammen gemütlich im Wasser herum. Nach einer guten Stunde entschlossen wir uns, die letzte Fahrt des Tages anzutreten.
Etwa eine Dreiviertelstunde später kamen wir in Stykkishólmur an, einer kleinen und verschlafenen Hafenstadt mit etwa 1000 Einwohnern. Dort brachten wir unser Gepäck im Hostel unter und gingen zum Sonnenuntergang zu dem kleinen Leuchtturm am Hafen (auf einem Berg/Hügel), von dem wir eine unglaubliche Sicht auf den Sonnenuntergang und das umliegende Meer hatten.
Wir kochten Spaghetti mit Tomatensauce und legten uns schlafen, bereit für den nächsten Tag.

Tag 2:
Morgens um 8 raus aus den Federn und Frühstück. Eier, Toast, Skyr, Obst und isländische Schokoeier mit merkwürdigen Sprüchen drinnen. Die Eier sind vergleichbar mit den Glückskeksen, die in jedem "Asia-Geschäft" erworben werden können, nur machen die isländischen Sprüche deutlich weniger Sinn. In meinem Ei war der unglaublich hilfreiche Spruch (frei übersetzt von der Hostelbesitzerin und bestätigt von GoogleTranslate): "Wenn's juckt, dann kann's sehr gut sein, dass es ein Hautausschlag ist." Wow, sehr hilfreich.
Auf jeden Fall machten wir uns schnell nach dem Frühstück auf den Weg, wir hatten noch einiges vor uns.
Es tat mir schon etwas leid, Stykkishólmur so schnell wieder zu verlassen, das kleine Städtchen war so idyllisch und ruhig und ich wär gern noch etwas da gewesen.
Unser erster Halt war an (wer hätte das gedacht) einem weiteren Wasserfall. In Westisland gibt es echt eine Menge Wasserfälle, viele davon kraftvoll und beeindruckend. Dieser zeichnete sich weniger durch seine Stärke, sondern durch seine Lage aus. Er lag an einer Stelle, an der der Wind unglaublich stark aus Richtung Meer pustete. Dadurch wurde das Wasser, dass eigentlich runterstürzen sollte, wieder nach oben geschleudert, wodurch sich Fotografieren für die Ausrüstung als Herausforderung darstellte. Außerdem war der Wasserfall an manchen Stellen gefroren mit kleinen Sektionen, die vollständig vereist waren und manchmal nur Eiszapfen, die herunterhingen. Unsere Kameras nahmen zum Glück keinen Schaden, dennoch wäre ich bei einem sich schnell drehenden Windstoß fast runtergefallen. Aaaaaaber alles lief glatt und daraufhin lief ich vorsichtshalber noch 2 Schritte weiter vom Rand entfernt. Vollkommen erfroren kamen wir im Auto an und fuhren zur nächsten Station, die sich als wahrer Glückstreffer erweisen sollte.
Wir bogen von der Hauptstraße, die durch den Snæfellsnes-Nationalpark führt, ab und bogen in eine kleinere Straße ab, die durch ein unwirtliches, scharfkantiges (erkaltetes) Lavafeld führte. Die Gegend schien tot auf den ersten Blick, aber dennoch waren auf dem Gestein unzählige Moose und andere Pflanzen zu erkennen beim genaueren Betrachten. Wir kamen an einen Parkplatz nah der Küste auf einem gräsernen Hang. Wir folgten dem Pfad nach unten durch die Felsen, bis wir die ersten Ausläufer des Strandes erreichten. Dort befanden sich 4 runde Steine, alle in unterschiedlicher Größe. Eine Tafel daneben erklärte, dass dies Steine seien, an denen sich Bewerber messen mussten. Bewerber wovon? Bewerber für die Schiffe der Region, ein sehr beliebter Job zu der Zeit. Das Gewicht der Steine und ihre dazugehörigen Namen lauten wie folgt: 23kg - Schwächling, 54kg - Brauchbarer, 100kg - Halbstarker, 154kg - Vollstarker.
Ich wäre zumindest brauchbar gewesen, aber die 100kg hab ich mit Handschuhen beim besten Willen nicht hoch bekommen. Näher am Meer waren einzelne rostende Trümmerteile eines Fischerboots zu sehen, dass wohl vor etwa 60 Jahren dort gestrandet ist. Die Trümmer waren umrundet von kleinen und großen, runden Kieseln, aus denen auch der restliche Strand bestand. Diese glitzerten, wenn sie nass waren, im Sonnenlicht. Als wir über eine kleine Anhöhe kamen, sahen wir die riesigen Ausläufer des Strandes und das Meer, dass unerbittlich und mit großen Wellen an die Küste brandete. Ein unglaublicher Anblick, man kam sich sehr klein vor wenn man die ganzen Ausmaße des Strandes erkennen konnte. Hohe Felsen säumten die Bucht und kesselten sie ein. Scharfkantige Brocken zierten auch inmitten des Strandes das Gesamtbild. Wir liefen ein gutes Stückchen herum, bis wir in eine etwas abgelegeneren Teil kamen. Dort war es deutlich ruhiger und auch nicht mehr so weitläufig. Die Kiesel wurden von rauen Lavagestein abgelöst und die Wände waren mit kantigen Felsen gesäumt. Wir kamen an eine Sackgasse, eine kleine Bucht und machten kurz Rast. Schweigend saßen wir einfach nur da und schauten aufs Meer. Jeder ging seinen eigenen Gedanken nach, wir lauschten nur dem Wellengang. Nach einiger Zeit standen wir wieder auf, fast gleichzeitig, ohne uns abgesprochen zu haben. Wir machten uns auf den Weg zurück zum Auto und verließen diesen wundersamen Ort, der so eine eigenartige Präsenz ausstrahlte.
Als nächstes kamen wir an einen Möwenfelsen. Dieser war wohl einmal komplett schwarz gewesen, aber an den Stellen, an denen die Möwen nisteten, waren sehr viele weiße Flecken, auf die ich jetzt nicht weiter eingehen werde. Es war viel los, ein ständiges Gekreische und Rumgefliege, generelles Chaos in der Luft. Einige wagemutige (oder dumme) Touristen kletterten oben auf den Felsen, von dem es geradeaus mindestens 15 Meter runter ging in den sicheren Tod auf den Felsen, nur um einen besseren Blick zu erhaschen. Wir schüttelten alle nur ungläubig den Kopf. Ich hingegen frömte dem eher ungefährlichen Entdeckertum, indem ich eine kleine Höhle erforschte, die einen kleinen zweiten Ausgang hatte, eher ein Loch tatsächlich. Wir befanden, dass es außer Möwendreck hier nichts weiter zu sehen gab und gingen zurück zum Auto. Dort setzte ich mich zum ersten Mal in Island ans Steuer. Die Straßen sind sehr gut befahrbar, es macht tatsächlich riesig Spaß in Island Auto zu fahren, wäre da nicht der starke Wind. Dieser kann einen, wenn man für einen Moment nicht aufpasst, regelrecht von der Straße hauen. Aber da die Maximalgeschwindigkeit eh nur 90km/h beträgt, lässt es sich doch recht gut ausgleichen. Ich würde übrigens jedem, der überlegt in Island Auto zu fahren, ans Herz legen, sich an diese Begrenzungen zu halten, da die Straßen sehr kurvig sind zum Teil und in Kombination mit dem Wind recht schnell zum Unfall führen können. Die Straßen geben sowieso nicht viel mehr her, da sie nicht so wahnsinnig gut in Schuss gehalten werden.
Naja, weiter im Text.
Der nächste Halt war wieder ein Möwenfelsen, hier hielten wir uns aber nur sehr kurz auf, da er quasi identisch zu dem Felsen davor war. Es gab Möwen, jede Menge Möwendreck und Wind. Viel Wind. Kalter Wind.

Das nächste Mal machten wir halt an einem Parkplatz, der scheinbar irgendwo im Nirgendwo war. Eine große Felswand war zu sehen und ganz klein und undeutlich eine Felsspalte darin, aus der ein kleiner Fluss kam. Der Weg dahin war jedoch gesäumt von Eis und Schnee und ohne gute Schuhe unpassierbar. Eigentlich hätten wir in die Felsspalte hinein gehen können, jedoch war das Eis und der Schnee grade am Tauen und der Fluss war angeschwollen. Also kein Durchkommen. Die Aussicht war trotzdem den Aufstieg wert, man hatte einen super Blick auf das Meer und die Gebirgskette. Nach einem Schneeengel und einem beschwerlichen Abstieg machten wir uns auf den Heimweg.
Dieses Mal wollten wir den kürzeren Weg durch den Tunnel nehmen und die Gebühr bezahlen, um Zeit zu sparen. Der weitere Verlauf bis nach Reykjavík war eher ereignislos, die meisten schliefen und wer wach war, starrte gedankenverloren aus dem Fenster. Wir kamen in Reykajvik an und luden eine unserer Mitfahrerinnen zuhause ab. Dann machte sich der Rest von uns noch einmal auf, um zu einem See etwa 45 Minuten entfernt von Reykjavik im Süden anzusehen. Dabei hofften wir gegebenenfalls Nordlichter zu sehen, da wir fernab vom Schuss sein würden und die Chancen generell recht gut standen. Wir erreichten den See über eine der berüchtigten Kiesstraßen, die sich als weniger schlimm herrausstellte, als wir befürchtet hatten. Nur unser kleines Auto hatte Schwierigkeiten, die Hügel hochzufahren und soff uns fast ab.
Nach kleineren Schwierigkeiten erreichten wir den See und zusammen mit der untergehenden Sonne und dem windgepeitschten See bot sich uns ein Anblick, den ich wahrscheinlich vorläufig nicht vergessen werde. Teilweise gefroren erstreckte sich der See links von uns, riesengroß und tief. 8km² Wasser waren unter uns, es war beeindruckend. Das Licht schwand langsam, verschwand aber nicht richtig.
Wir machten noch kurz an einem Vulkansystem/Thermalquelle namens Krýsuvik halt, hauptsächlich um aufs Klo zu gehen, aber wir griffen die Gelegenheit gleich beim Schopfe und sahen uns genauer um. Der beißende Gestank von verfaulten Eiern, wie er uns mittlerweile schon vom Duschen bekannt ist, brachte uns wieder den Schwefelgehalt vor Augen, der hier in der Luft war. Nach kurzer Überlegung und gerümpften Nasen entschieden wir uns dagegen, dieses übelriechende Gebiet weiter zu erforschen und fuhren weiter.
Wir kamen an die Südküste und schlugen langsam den Heimweg ein, immer in der Hoffnung, es würde dunkel werden und die Nordlichter würden sich zeigen. Nichts dergleichen geschah, weder das Eine noch das Andere. Es blieb merkwürdig hell, obwohl der Sonnenuntergang schon anderthalb Stunden her war. So erreichten wir über die selbe Straße, auf der wir an unserem ersten Tag mit dem Bus angekommen waren, zum zweiten Mal an diesem Tag Reykjavík, dieses Mal endgültig. Wir luden unsere Sachen aus, verstauten sie in unseren Zimmern und warteten. Wir warteten auf die Dunkelheit. Um 0 Uhr wollten Laura und ich noch einmal losstiefeln zum Perlan, wo wir uns nun endlich die Nordlichter erhofften. Es war tatsächlich recht dunkel und wir konnten die Sterne hervorragend sehen. Nur etwas fehlte: Die Nordlichter! Wir warteten geschlagene 30 Minuten, bevor wir aufgrund mangelnder wärmender Kleidung wieder zurück liefen.
Die Nordlichter und wir haben noch eine Rechnung offen..
Vollkommen erschöpft fielen wir ins Bett.

Den ganzen Montag verbrachten wir mehr oder weniger nur mit Bilder sortieren, bearbeiten und mit Blog schreiben. Wir haben sowohl eine Top 100 der Bilder zusammengestellt (über dem Blog-Archiv) als auch (für die Interessierten auf Nachfrage) ALLE Bilder unserer Reise vollkommen unbearbeitet verfügbar gemacht.

Wir hoffen, der Tee (und/oder die Kekse) waren gut und der Text halbwegs unterhaltsam.
Wir entschuldigen nochmals die Verspätung, aber dieses Mammutprojekt hat deutlich mehr Zeit beansprucht, als wir zuerst gedacht hatten.

Bestu kveð,
Jonathan und Laura
Entdecker in Island

Freitag, 25. März 2016

Sonnenschein vs. Wind: der Ausflug nach Seltjarnarnes

Und schon wieder ein Post! Geht ja wie am laufenden Band hier!

Heute haben wir einen kleinen Ausflug nach Seltjarnarnes gemacht. Das ist quasi ein kleiner Vorort auf einer Halbinsel und grenzt an Reykjavík. Und die örtlichen Busse fahren da hin, also war das ganze dank unser Jahresfahrkarten kostenlos. Jooohuuu

Das Wetter sah sehr vielversprechend aus: 4°C und Sonnenschein. Wäre da nicht dieser extrem starke Wind an der Küste gewesen, hätte es sich wie 15°C angefühlt. Doch der Wind war da und es war eisig, gefühlte -100°C... Vielleicht übertreibe ich, aber es war wirklich kalt.

Doch der Ausbllick der sich uns bot war...wie sage ich das jetzt... Hammeraffentittengeil. Eigentlich will ich gar nicht viel um den heißen Brei herumreden. aber wenn ich mal viel Geld habe, dann bau ich mir ein schickes Häuschen da mit Blick auf die Berge. Also wenn ich neben den andern schicken Häusern noch Platz finde... Aber wenn, ja wenn! Dann wird es so sein.

Laber laber laber, ich weiß, auf was ihr wartet: Fotos!
(durch klicken auf die Bilder werden sie größer, ich glaub das ist praktischer als wenn ich jetzt so viele ganz große Bilder hier hinpacke)















Sooo, jetzt müssen wir auch langsam ins Bett hüpfen. Morgen geht es früh los! Ein kleiner Roadtrip steht an. Aber wie schon versprochen, Montag mehr!

Frohe Ostern! oder auch Gleðilega páska!

Donnerstag, 24. März 2016

Zimmer - Marke: Eigenbau

Endlich hat unser Nachbar dran gedacht und seine Bohrmaschine von der Arbeit mitgebracht. Darauf warten wir seit mindestens 2 Wochen. Seine Ehefrau meinte immer "Ich kenne ihn lange, irgendwann wird er daran denken". Letztens hieß es auch schon: "Er ist schrecklich, aber gut mit den Kindern."
Nun, endlich, hat er dran gedacht und wir konnten unsere Zimmereinrichtung abrunden.
Auf dem Plan standen ein Regal und eine Hakenleiste.
Erstmal mussten wir rausfinden, welcher Bohreraufsatz für unsere Schrauben und Dübel taugen. Nach 3 verschiedenen Aufsätzen hatten wir endlich ein passendes Loch in der Wand. Dann ging das nächste auch ganz fix. Die andern beiden Löcher gestalteten sich da wieder schwieriger. Denn die Wand hier besteht aus 2 Teilen: einer aus Stein, einer aus Holz. Und ganz schön festes Holz. Vermutlich wurde hier irgendwann mal eine Wand reingesetzt. Doch am Ende haben wir es geschafft: 4 Dübel steckten in der Wand. Und wir haben nicht ins andere Zimmer durchgebohrt. Puhhh
Also das Regal festschrauben. Auf der einen Seite war das ganz einfach, auf der anderen nun ja... Wir haben wohl 3mm zu weit oben gebohrt. Jetzt ist die Schraube ein bisschen sehr schief reingedreht. Aber das Regal scheint zu halten.
Dann die Hakenleiste. Problem: wir fanden in der Werkzeugkiste nur noch einen einzigen weiteren Dübel... Zum Glück bauen die anderen Nachbarn unten grad (hatte ich erwähnt, dass man Sonntags auch in Wände bohren kann, sodass das ganze Haus wackelt?). Die gaben uns freundlicher Weise passende Dübel und weiter ging es also. Clever wie wir sind, bohrten wir die Löcher natürlich in die Steinwand und ziemlich schnell hing nun die Hakenleiste.
Gestern haben wir schon ein anderes "Regal" angebracht: eine Obstkiste, die in unserem Zimmer stand. Da haben wir aber nur 2 Nägel in die Wand geschlagen. Entweder bestehen die Nägel aus Gummi oder die Wand aus Titan. Zwei Nägel haben wir komplett verbogen, ein anderer ist durchgebrochen. Im Endeffekt hängt jetzt eine Obstkiste in unserem Zimmer wo ich meinen Schmuck aufbewahren kann.

Alles in allem wird es langsam "heimelich" hier. Ich werde auch versuchen, ein bisschen zu malen und zu zeichnen, damit wir nach und nach die schon vorhandenen Bilder in diesem Raum abhängen können. Jonathan wird mich dabei mental unterstützen. Eine Islandkarte ziehrt auch schon unser Reich, damit wir dokumentieren können, wohin wir so reisen.

Ich weiß noch als wir den ersten Schritt in diesen Raum gemacht haben. Es wirkte winzig. Mittlerweile haben wir sehr viel Platz, das ist so schön!

ein Rundumblick


vor ein paar Wochen - Jetzt

Liebe Grüße von den Hobbyhandwerkern
Jonathan und Laura

Eins mánaðar

Auf den Tag genau einen Monat ist es jetzt schon her, dass wir aus dem Flieger gestiegen sind und ein uns unbekanntes Land entdeckt haben. Island ist ein kleines Land, dass es aber ordentlich in sich hat. Obwohl wir noch nicht viel gesehen haben, ist uns schon so viel Neues untergekommen und wir haben so viel für uns entdeckt.
Und so möchten wir unsere Liste vom Anfang der Reise fortsetzen.

5: Das berühmte isländische Sprichwort: "Willst du anderes Wetter, warte einfach eine Viertelstunde." trifft tatsächlich zu. Dies durften wir am eigenen Leibe erfahren. Da planen wir den ganzen Tag einkaufen zu gehen und als wir losgehen wollen, fing es an wie blöd zu regnen UND zu hageln. Wir blasen also unsere Pläne kurzerhand ab und verschieben unseren Einkauf auf morgen. Ungelogen 10 Minuten später......... Strahlender Sonnenschein.. Nicht eine Wolke am Himmel. Und zum Glück blieb es so, wir entschieden uns dann doch noch spontan zu dem Einkauf und das Schicksal blieb uns hold. Heute war ebenfalls strahlender Sonnenschein und plötzlich, ohne Vorwarnung schüttete es aus Kübeln. So ging es fast den ganzen Tag. Gleichzeitig konnte man 3 Kilometer weiter entfernt immer noch ein Sonnenbad nehmen, so schön schien die Sonne. Die Sonne hier scheint auch viel stärker zu wärmen, 7°C mit Sonne fühlen sich laut Laura an wie 15°C. Kurioses Wetter hier. Aber dieses 'Regenbogenwetter' scheint hier wohl normal zu sein, laut anderen Freiwilligen.
6: Autofahrer sind freundlich, Busfahrer rastlos. Der allgemeine Isländer scheint nach dem Erlangen des Führerscheins eine spezielle Prüfung zu durchlaufen. Fährt er übermäßig freundlich, wird er zum normalen Autofahrer auserkoren. Fährt er durchschnittlich freundlich und etwas schneller, wird er zum Jeep/Landrover/Monstertruckfahrer (von denen es tatsächlich eine Menge gibt). Fährt er über alle Maßen unvorsichtig, ungewöhnlich schnell, gerne auch mal Vorfahrtsschilder missachtend, wird er Busfahrer. Ich bin immer noch verwirrt, wenn an einer mittelgroßen Straße ein Auto extra anhält, um mich durchzulassen, obwohl dahinter reichlich Platz gewesen wäre. Genauso überrascht bin ich, wenn der Busfahrer der Meinung ist, mit noch nicht vollständig geschlossener Tür von Null auf Lichtgeschwindigkeit innerhalb einer halben Sekunde zu beschleunigen. Eigentlich sollte jeder Besucher Reykjavíks mindestens einmal mit dem Bus hier fahren (vorzugsweise bei einem männlichen Fahrer), das alleine ist eine Erfahrung und die 420 Kronen sind da schon sehr preiswert.
7: Nicht nur Essen ist teuer. Alles ist teuer. Wirklich alles. Mittlerweile stufen wir Sachen, die nur etwas mehr als bei uns kosten, schon als "günstig" ein. Technische Gerätschaften sind quasi unbezahlbar, kann man doch häufig von ungefähr dem anderthalbfachen Preis ausgehen. Die clevere Idee, über Amazon zu bestellen und die 40€ Versand in Kauf zu nehmen, bleibt einem schnell im Hals stecken, wenn man erfährt, wie hoch die Isländer diese Artikel zum Teil versteuern. 50% bei einem Handy zum Beispiel. Keine Lösung. Laura hat sich mit Farben und Papier eingedeckt, um malen zu können und es hat auch etwa das Doppelte gekostet. Nichtsdestotrotz kommen wir bisher sehr gut mit dem Geld aus, für diesen Monat ist noch einiges übrig für die kommende Reise. [Dazu Montag Einzelheiten]
8: Second-Hand Artikel sind unglaublich beliebt. Alleine in der Hauptstraße befinden sich mindestens 3 Second-Hand Läden. Die durchstöbern wir jetzt regelmäßig auf der Suche nach "Lopapeysa"s. Was wie eine exotische Delikatesse klingt, ist in Wahrheit nur das isländische Wort für Pullover. Es ist nämlich unglaublich schwer, einen Lopapeysa in seiner Größe zu finden, der ein annehmbares Muster und keine Knöpfe vorne hat (und der bezahlbar ist). Der durchschnittliche neue Lopapeysa kostet in Reykjavik etwa 100€ aufwärts, da sie alle aus spezieller Wolle handgefertigt sind. Das rechtfertigt zwar diesen frechen Preis nicht so wirklich, aber zähneknirschend guckt man sich nach einem Gebrauchten um. Wir waren gestern sogar in einer Tauschbörse für Klamotten und Ähnliches. Es gab keine Regeln, jeder konnte sich nehmen, was er wollte. Es wurde gerne gesehen, wenn man selber Klamotten mitbrachte, die dann weitergereicht werden konnten, aber es war nicht vorgeschrieben. Es kamen reichlich Menschen mit riesigen Tüten voller T-Shirts, Hosen, Schals, etc. So war die Auslage gut bestückt und wir mussten uns nicht schlecht fühlen, nichts mitgebracht zu haben. Laura ergatterte einen Bettbezug und eine Fleecejacke, Ich einen Pulli. Gratis.

nach dem Mittagsschlaf
tägliches Chaos
Die Projekte machen auch nach fast einem Monat noch Spaß. Wir gewöhnen uns immer mehr ein und gehören langsam zum Alltag des Kindergartens dazu. Apropos, hier ein paar Eindrücke aus Lauras Kindergarten:
(verschwommen zum Schutz der Identität der Kinder)

Uns geht es immer noch gut hier und wir bereuen nichts. Wie viel selbstständiger wir in dieser kurzen Zeit geworden sind, ist erstaunlich. Es ist halt schon ein Unterschied, ohne Mami und Papi zu wohnen.

Wir wünschen euch allen Frohe Ostern hier aus Island.

Jonathan und Laura

Ps: ein großes "Wir lieben euch" an unsere Families <3

Sonntag, 20. März 2016

Wie bekomme ich ein Bett in den zweiten Stock?

Der Frühling kommt auch langsam bei uns an. Das Wetter schlägt um. Aber genug vom Wetter. Letze Woche war mehr oder weniger ereignislos, die Kinder gewöhnen sich immer mehr an uns und begrüßen mich zum Teil schon mit Namen.
Laura und Ich sind jetzt offiziell in das Sozialversicherungssystem/Einwohnerregistrierungssystem gerutscht mit unserer Kennitala. Diese Nummer braucht man quasi für alles, vom Umtausch von Produkten bis hin zur Eröffnung eines Bankkontos (was wir übrigens demnächst vorhaben). Diese Nummer setzt sich zusammen aus dem Geburtstag und vier wahllosen Zahlen dahinter. Ist also auch nicht soooo schwer, auswendig zu lernen.


Grade hab ich ereignislos geschrieben und dabei total vergessen, dass das Bett, auf dem Ich sitze, erst seit Kurzem hier steht. Um genau zu sein, seit gestern. Unser Doppelbett, 160x200 kam an und wir mussten es nach oben in den zweiten Stock schleppen. Die Freude zuerst war groß, doch dann merkten wir, dass es nicht so ganz die Treppe hochpasste.... Das tolle an dieser WG ist, dass immer jemand da ist, der einem hilft, solche schweren Sachen zu machen. Wir versuchten es mindestens eine Stunde lang, aber es gelang uns einfach nicht. Da wir eine Wendeltreppe im Haus haben, dachten wir, wir könnten das Bett vielleicht in dem Zwischenraum hochziehen, aber auch da blieb das Bett stecken. Wir überlegten lange und kamen zum letzten Entschluss. Balkon. Wir fragten die Nachbarn nach Seilen und bekamen 2 industriewürdige Seile. Nach vielem Ach und Krach war das Bett wieder draußen und wir schleppten es ums Haus herum. Dann banden wir die Seile um das Bett und fingen an, das Bett hochzuziehen, gute 3-4 Meter in die Höhe. Innnerlich dachte ich nur: "Wenn das jetzt jemand filmt, fällt es garantiert runter und landet als "Epic Fail" Video auf YouTube."
Doch es fiel nicht runter und nach einigem Hin und Her war es dann auch schon in unserem Zimmer. Matratze drauf, Bettlaken auch und fertig! Zur Feier des Tages wollte ich mir ein Glas Orangensaft genehmigen, das, wie sollte es auch anders sein, natürlich auf dem frischbezogenen Bett landete... Na toll..
Aber wir haben jetzt ein Doppelbett, keine Ritze mehr zwischen zwei Einzelbetten und deutlich mehr Platz im Zimmer. Langsam fühlt es sich an wie "Unser" Zimmer.

Unsere zweite Sprachstunde verlief gut, wir bewegen uns jetzt weiter von simpler Aussprache hin zu Satzbau. Im Isländischen wird viel mit dem Infinitiv geredet,  noch mehr als im Deutschen. Das macht es noch recht einfach für uns Anfänger, simple Sätze zu sagen, da sie alle mehr oder weniger die selbe Struktur haben und es vergleichsweise wenige Ausnahmen gibt. Außerdem ähneln sich viele Wörter dem deutschen oder auch englischen Gegenstück, häufig kann man sich die Begriffe ableiten.
Hier ein paar Beispiele, alle im Infinitiv:

ganga - gehen
hoppa - hüpfen
taka - nehmen (vom englischen "take")
lesa - lesen
koma - kommen
tala - sprechen (vom englischen "tell")

Auch wurden unsere Kenntnisse von kindergartentauglichen Phrasen erweitert. Mittlerweile haben wir ein recht erstaunliches Repertoire an Sätzen oder Wörtern.

Allir saman ganga frá. (atle saman ganga frau gesprochen) - Alle zusammen aufräumen.
Nei, [Name einfügen] leiki með sona nuna. (nej, [...] leiki meth sona nuna) - Nein, [...] spielt jetzt schon damit.
Ekki meiða. (ekki meida)- Nicht wehtun.
[Name], borða nuna. (bortha nuna) - [...], iss jetzt.
Viltu meira? (willdu mera?) - Willst du mehr?
Viltu sona? - Willst du das hier haben?

Was wir nicht erwähnen wollten bisher, war das wir am ersten Tag schon unseren ersten Spruch gelernt haben, das absolut lebensnotwendige "Haddu kuka" (wie es geschrieben wird wissen wir nicht). Das heißt so viel wie: "Hast du in die Windeln gemacht?", natürlich sehr vereinfacht. Die meisten Kindern antworten wahrheitsgetreu auf diese Frage, was es leichter macht herauszufinden, woher der beißende Geruch nach Fäkalien im Raum kommt.

In Deutschland sind ja momentan Osterferien. Diese gibt es hier leider nicht, aber dafür sind an den Feiertagen nächste Woche alle Kindergärten zu, das bedeutet wir haben ein verlängertes Wochenende frei. Wir planen gerade mit ein paar anderen Freiwilligen, uns ein Auto zu mieten und mal raus aus der Stadt zu fahren. Wir halten euch über diese Pläne natürlich auf dem Laufenden.

Schneesturm
Kommen wir abschließend doch noch einmal zum Wetter. Letzte Woche gab es noch einmal einen dicken Schneesturm und die letzen Tage war das Wetter sehr sonnig und mild. Der Schnee ist quasi ganz weg. Heute ziehen wieder dicke Wolken auf, aber das legt sich bestimmt schon wieder.

Wir bleiben heute erstmal wieder faul, da man bei dem Wetter nicht so viel unternehmen kann.
Bless bless und einen schönen Tag euch noch!
Super Wetter im Klambatrún

Dienstag, 15. März 2016

How to Island

Nun ist es wieder eine gute Woche her, dass wir uns gemeldet haben. Aber der Alltag holt uns ein. Jetzt, nach ein paar Tagen, haben wir aber nun doch wieder etwas zu erzählen.

Letzte Woche.
Wir waren arbeiten. Wie jeden Tag. Aber es macht Spaaaaaaaaaaaaß!!!!
Und Kristin von der Organisation kam vorbei um die WG mal zu entrümpeln. Beispielsweise stand seit letztem Sommer ein kaputter Kühlschrank im Flur. Es ist immernoch unglaublich, dass wir den raus bekommen haben. Der stand nämlich in der 1. Etage und musste irgendwie die schmale, um eine Kurve gehende Treppe runter ins Erdgeschoss, durch die kleine Eingangstür, die noch leicht vereisten Treppenstufen hinunter zur Straße und dann noch auf den Anhänger. Ich habe grad versucht, es genauso kompliziert zu formulieren wie es auch war. Aber jetzt ist er tatsächlich weg. Die Schrammen an den Wänden im Flur werden aber immer an ihn erinnern. R.I.P. Mitgenommen wurde auch ein kaputter Schrank, ein kaputter Stuhl, ein kaputter Staubsauger und andere kaputte Dinge aus der Abstellkammer (übrigens im 2. Stock, aber zum Glück leichte Einzelteile). Am nächsten Tag haben Jonathan und ich dann noch eine neue Matratze bekommen, das Doppelbett dazu kommt aber erst nächste Woche. Derzeit schlafen wir nämlich in 2 zusammengeschobenen Einzelbetten. Nicht so cool, die Kanten der Matratzen sind extra hart herausgearbeitet, tut also weh wenn man auf dem Spalt liegt. Aber nur noch ein Paar Tage!

Das Wochende.
Freitag wollten wir in das Wochenende einklingen und sind also zu einem der Bäder hier gefahren. Dabei war auch Raquel, die letzte Woche erst neu eingezogen ist. Sie kommt aus Spanien und macht hier nebenbei mal so ein Psychologie-Fernstudium. Sie war noch nicht baden, ihr erstes Mal also. Nur wussten wir nicht, dass dieses eine Bad, wo wir hin sind, schon um 20 Uhr zu macht. Das fanden wir dann um 19:15 heraus, als wir da waren. Sehr entspannend war es trotzdem, leider nur sehr kurz.
Samstag war es den ganzen Tag leicht stürmisch. In unserem Zimmer hatten wir das Gefühl am Meer zu sein und nicht in Reykjavík. Abends sind wir dann ins Kino gegangen. The VVitch haben wir geguckt, ein Horrorfilm ohne "Jumpscares" (Definition laut Wikipedia: Als Jump-Scare (auch Jumpscare) bezeichnet man eine plötzlich abgespielte Film- oder Bildersequenz, die von einem ebenso plötzlich abgespielten, überlauten Geräusch begleitet wird. Sinn und Zweck von Jump-Scares ist es, den Betrachter zu erschrecken). Hier der Trailer:

Ich, wo ich sonst meine Probleme mit Horrorfilmen habe, fand den Film sogar echt gut. Die Musik war halt nur ziemlich mies, musste mir zum Teil die Ohren zuhalten, weil es zu angsteinflößend war. Ich bin halt ein Schisser. Aber der Film ist wirklich empfehlenswert. Der Heimweg verlief auch ohne große Paranoia, bis Jonathan sich vor meinem plötzlich auftauchenden Schatten "erschreckt" hat. Das war uncool...
Sonntag wollten wir auch nochmal ins Kino und Zoomania gucken (Disney for ever ❤) aber wir sind zum falschen Kino gelaufen... Aber auf der isländischen Homepage war leider nicht zu erkennen, dass es zwei Kinos von denen gibt. Aber der Weg hin und zurück war sehr witzig, denn es war immer noch windig, sodass Jonathans Mütze fast wegflog und die Überquerung des weitgehend leeren Parkplatzes eine wahre Meisterleistung war.

Der Wochenstart.
Bei mir im Kindergarten war gestern eine nicht so schöne Atmosphäre. Leider ist eine schon lange dort arbeitende Betreuerin am Morgen verstorben. Sie war seit 2 Wochen krank. Alle Erzieher waren sehr bedrückt den ganzen Tag. Ich habe sie nur leider nicht kennen lernen dürfen und habe mich lieber um die Kinder gekümmert, damit die andern Erzieher sich gegenseitig Trost spenden konnten, ohne abgelenkt zu sein. Das eine Mädchen hatte auch wieder ihren "Scheißtag".
Jonathan hat gestern viele "gehaltvolle" Windeln gewechselt. Auch war der anstrengende Junge, der Steckdosen anleckt und so, nicht da und es war etwas entspannter.
Nachmittags habe ich beide WG-Bäder geputzt und den Flur. Das Haus hier ist nämlich schon ziemlich alt und Staub liegt hier schnell. Da kann man schonmal einen Putzfimmel bekommen. Aber Mama meint zum Glück, das ist nichts Schlimmes.
Heute bin ich mit meinen Kindern zum ersten Mal vor dem Mittagessen raus gegangen. Sonst ist das immer erst nach dem Vesper (Nachmittagssnack, ich weiß nicht was es auf isländisch heißt, aber den Begriff kenn ich noch aus meiner Kindergartenzeit). Jedenfalls haben dadurch (fast) alle Kinder beim Mittagschlaf geschlafen! Das war unglaublich! Normalerweise schlafen 3-4 Kinder. Heute waren nur 2 wach! Viel zu unglaublich!
Bei Jonathan ist das eigentlich Standard, dass alle Kinder schlafen, aber die sind nochmal 1-2 Jahre jünger als meine Sprösslinge.

Heute Nachmittag war es dann ENDLICH so weit: Sprachkurs!!!!!
Heute waren erstmal nur ein paar Basics dran, die wir mittlerweile schon kennen. Aber die Aussprache musste manchmal noch perfektioniert werden.
Hier ein Paar Eindrücke:

Begrüßungen
Auf "Góðan daginn" (Guten Tag) antwortet man "Góðan dag" (ebenfalls: Guten Tag), damit man dem anderen nicht nur nachplappert. Geht auch anders herum.
"Hæ" und "Bæ" sind wie "Hi" und "Bye" im Englischen und werden auch so ausgesprochen.
Zu einer Frau kann man zur Begrüßung auch "Sæl", zu einem Mann "Sæll" sagen. Das eine wird quasi wie "Seil", das andere wie "Seitl", da ll im isländischen wie tl ausgesprichen wird, wobei das l quasi nur angedeutet wird beim Sprechen. Beim Sprechen von uns hörte sich das dann etwa so an: Seitlchlckltegabcnnlöeoil. Wie echte Isländer halt.                   Nicht...

Das Fragewort "Hvað" wird "kwath" ausgesprochen.
Das tritt bei Fragen auf wie:
Hvað heitir þú? - Wie heißt du?
Hvað segir þú gott? - Geht es dir gut?
Gleiches Prinzip auch bei
Hvaðan ert þú? - Woher bist du?
(Wir ignorieren jetzt mal, dass Isländer sehr schnell sprechen und die einzelnen Wörter häufig miteinander verschmelzen, sodass man als Neuling manchmal selbst diese einfachen Basics nicht versteht.)

Die Vokale und ihre Ausprache haben wir uns auch nochmal angeguckt.
Hier nur ein paar:
A - [a]
Á - [au]
U - [ü]
Ú - [u]
Æ - [ai]

Wichtige Buchstaben sind hier ð und þ, die beide wie das englische th ausgesprochen werden.

Donnerstag ist dann die nächste Stunde. Wir sind schon ausgesprochen gespannt.


Das wars erstmal wieder für heute.
Hoffe ihr schaltet wieder ein bei der nächsten Stunde "How to Island" mit Laura und Jonathan.

Bless!
(Tschüss!)

Mittwoch, 9. März 2016

Auf der Jagd nach Nordlichtern

Gestern Abend sind wir auf die Jagd gegangen. Auf die Jagd nach Nordlichtern.
Endlich schien der Himmel mal klar genug zu sein. Also Kamera und Stativ geschnappt und los gings!

Erstmal zum Park um die Ecke. Man konnte auf jeden Fall sehr viel mehr Sterne sehen als auf der Straße. Aber keine Nordlichter...
Also auf zur Perlan, auch The Pearl genannt. Das ist ein großer Kuppelbau umgeben von einem kleinen Wäldchen. Dunkel genug ist da alle mal um Nordlichter zu sehen. Doch wieder nichts.
Die Hoffnung noch nicht verloren, blieben wir trotzdem eine Weile da und machten Fotos. Die Perlan ist nämlich zufälligerweise auf einem kleinen Hügel. Ein atemberaubender Blick über das nächtliche Reykjavík lag vor uns. Beim nächsten Mal nehmen wir dann auch nicht alle Bilder mit ISO100 auf, sodass wir mehr zeigen können. Wir haben ja noch unsere Erinnerung an diesen Ausblick, aber trotzdem ein Paar Eindrücke für euch:

Perlan
Warten auf das Spektakel am Himmel










Reykjavík
Reykjavík


Nach einer Weile haben wir auch nochmal das Gebäude erklommen (mit dem Fahrstuhl), das bekannt ist als bester Standort für Panoramafotos von Reykjavík. Ganz erstaunt von diesem Ausblick, hatten wir die Kamera erst bereit gemacht, als der Securityman auf uns zu kam. Aber er war freundlich, keine Sorge. Er meinte nur, dass er das Gebäude jetzt schließen wolle. Aber er mache auch das Licht zu einem großen Teil aus und wenn wir dann bis 12 Uhr warten würden, wäre laut Internet eine gute Chance auf Nordlichter. Dann hat er uns noch erklärt, wie sich die Nordlichter so aufbauen:
1. grüne Pampe am Himmel
2. grüne Pampe fängt an zu tanzen
3. Nordlichter
Ich bin gespannt, wann wir das zu Gesicht bekommen. In dieser Nacht wurde nichts mehr draus. Da wir am nächsten Tag arbeiten mussten, wollten wir nicht bis tief in die Nacht unterwegs sein.

Aber der Ausflug hat sich absolut gelohnt.



Heute ist Jonathan sicherheitshalber nochmal zu Hause geblieben, um morgen wirklich gesund zu sein, um wieder arbeiten zu gehen.
Ich hatte einen, simpel gesagt, Scheiß-Tag. Ein Mädchen konnte nicht aufs Klo gehen (so laut habe ich ein Kind noch nie weinen gehört, hat mich richtig traurig gemacht), ein anderes Mädchen (Zitat einer Betreuerin: "Sie ist so clever") hat sich in die Hosen gekackt... Ja, ohne Windel an... Und ich durfte das reinigen...
Naja so habe ich nun auch schon 2 Windeln auf meinem Konto, die ich anziehen durfte, aber Jonathans Punktestand kann ich so nicht einholen. Doch ob ich das überhaupt will...


Genießt die Fotos und vergesst das, was mir heute passiert ist. Ich hoffe wirklich, ihr hattet einen besseren Tag.


Jonathan und Laura
Auf der Jagd nach Nordlichtern. Denn wir sind hungrig.



Dienstag, 8. März 2016

Jonathan ist krank und Laura arbeitet

Es musste ja so kommen...... jetzt habe ich mich bei Laura angesteckt, direkt nachdem sie wieder gesund geworden ist. Aber es sieht so aus, als wär es eine sehr milde Variante des Infekts.

Am Sonntag waren Laura und Ich das erste Mal wieder zusammen draußen, ein bisschen spazieren am Meer und durch die Stadt. Schön mal wieder draußen zu sein, außer beim Weg von und zu der Arbeit. Am Wasser pfeift der Wind schon ganz schön ordentlich, aber das hielt uns nicht ab, Fotos zu machen.


In den letzten Tagen hat sich das Wetter generell immer weiter aufgewärmt (falls man das so sagen kann). Wirklich wärmer fühlt es sich nicht an, aber der Schnee und das Eis schmelzen langsam weg, was in den Kindergärten für spiegelglatte Außenflächen sorgt. Gestern teilte ich meiner Kindergärtnerin mit, die  Kinder könnten, vor allem die 1-2 Jährigen, doch ausrutschen und sich verletzen. Diese schob nur ihre Gardine zurück, zuckte kurz mit den Schultern und sagte so etwas wie: "Wir hatten schon Schlimmeres." Damit war die Sache dann wohl erledigt, die Kinder wurden nach draußen geschickt. Alle. Jedoch wurde ich an diesem Tag bestätigt. Ein Kind (ca. 3 Jahre alt) knallte der Länge nach auf den Boden beim Spielen und fing wie wild an zu bluten. Normalerweise ist es nichts Ungewöhnliches, mal ein Kind schreien zu hören auf dem Hof, aber als es dann immer lauter wurde und immer mehr Kinder einstimmten, wurde ich stutzig. Und siehe da, dem Kleinen lief das Blut nur so aus der Nase. Ich nahm ihn auf den Arm und verfrachtete ihn ins Büro, die Leiterin ist nämlich die Hüterin der Wattebäusche und Pflaster. Mit einem vielsagendem Blick lieferte ich den blutenden, heulenden Jungen ab und ging nach draußen, um die anderen weinenden Kids zu trösten, die wohl den Anblick von Blut nicht ertragen konnten. Generell war viel los gestern. Mein Kindergarten liegt direkt an der Lande- und Startbahn des Inlandflughafens, heißt es kommen regelmäßig kleine Flugzeuge an. Doch diesmal mussten viele Flugzeuge aufgrund des Windes mehrere Runden drehen, um die Landebahn zu erwischen und viele andere fuhren bis ganz ans Ende der Bahn, um mehr Anlauf nehmen zu können beim Starten. Helle Begeisterung bei den Kindern, begleitet mit dem Ausdruck "Flugvél", was sich ganz anders spricht als schreibt. Bei den Kindern klang es eher wie "Flövier". Wieder was gelernt.
Die Kinder, sowohl bei Laura als auch bei mir, gewöhnen sich langsam an uns und werden immer zuneiglicher. Sie setzen sich bei Versammlungen auf unsere Schöße (hätte niemals gedacht, von "Schoß" mal die Mehrzahl zu verwenden) und fragen ständig Fragen, um mehr über uns herauszufinden. Noch hapert es bei den Antworten. Ich habe es mir zur Strategie gemacht, immer nett zu lächeln, zu nicken und immer schön "Jao, jao" zu sagen.

Dieses Bild ist tatsächlich richtigherum ;)
Wir leben uns immer mehr in Island ein.
Frostige Grüße,



Laura und Jonathan

Samstag, 5. März 2016

Wir sind faul

Der Titel sagt alles












Laura ist "schuld", laut ihrer eigenen Aussage. Sie ist immer noch zu angeschlagen, um was Richtiges zu unternehmen, deswegen schlafen wir lange und räumen auf. Leider nichts Spannendes. Obwohl am Montag eine weitere Freiwillige in unsere WG einziehen wird, wir sind gespannt. Morgen wollen wir mal gucken, wie es Laura geht und dementsprechend noch ein wenig in der Stadt herumlaufen oder weiter rumgammeln. Langsam merke ich auch leichte Krankheitsmerkmale in meinem Hals, hoffentlich wird da nicht mehr draus. Wir sind weiterhin auf der Suche nach Polarlichtern, jedoch bisher vergebens. Jeden Abend ist wunderschöner freier Himmel und innerhalb von wenigen Minuten ziehen (sobald es dunkel wird) dunkle Wolken auf, sodass der Himmel nicht erkennbar ist. Na vielen Dank, Island. Aber sooo schlimm ist es auch wieder nicht, wir werden unsere Chance schon bekommen. Bitte.....Island....

Viel ist ja tatsächlich nicht passiert.

Wir melden uns wieder.

Laura & Jonathan
Das Isländische Duo

Donnerstag, 3. März 2016

Krank sein ist......

Unangenehm, um es mal professionell auszudrücken. Laura und Ich waren heute beide fast den ganzen Tag zuhause aufgrund von Krankheitssymptomen. Laura hat es allerdings deutlich schlimmer erwischt als mich, ich werde morgen wieder arbeiten gehen und Laura bleibt noch zur Schonung zuhause.
Sonst gibt es leider nicht soooo viel zu erzählen, naja gut, eine wichtige Sache schon. Ich hatte eine Erkenntnis. Ich werde nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie,nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie,nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie,nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie,nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie,nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie, nie, niemals wieder zu einem isländischen Arzt/Ärztin gehen. Wir haben umgerechnet etwa 95€ gezahlt, dafür dass wir im Wartezimmer sitzen durften. Alles im Vorraus. Wir wussten nicht einmal, was uns jetzt erwartet, wir hatten bei dem Preis quasi eine Vollbehandlung mit Gold-stetoskop erwartet. Stattdessen bekamen wir innerhalb von 2 Minuten und einiger halbherziger ärztlicher Handgriffe die Diagnose: "Grippaler Infekt. Zuhause bleiben, viel trinken und schlafen."..............Stille........ UND DIESE INFORMATION SOLL 95€ WERT SEIN? dachte ich bei mir..
Ruhig bleiben, Jonathan, ruhig bleiben. Die Auslandsversicherung übernimmt ja bestimmt wenigstens einen kleinen Teil, dann wird das schon...
Trotzdem ein extrem teurer Rat...
Naaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaajaa, Laura ist erstmal nur froh, dass es keine Angina ist.

Heute sollen Nordlichter sichtbar sein von Reykjavík aus, wir hängen schon die ganze Zeit am Fenster und warten.
Sollten die Nordlichter tatsächlich auftauchen, macht euch auf eine Bilderwelle gefasst.

In freudiger Erwartung,
Jonathan und Laura

Mittwoch, 2. März 2016

Laura ist krank und Jonathan lernt Windeln wechseln

Ich habe es geschafft. Ich bin krank. Nach nur 2 Tagen arbeiten, habe ich es geschafft, dass mein Hals sich entzündet. Ist das ein neuer Rekord? Ich denke schon! Ist das gut? Ich denke nicht!
Aber Jonathan macht mir grad schick Abendbrot, bei so einem Luxus muss es mir ja bestimmt gleich besser gehen.

In seinem Kindergarten läuft es super. Er kommt nur immer sehr müde zu Hause an. Ein Junge in seiner Gruppe macht abscheinend sehr viel Arbeit...
Oh da oben ist eine Steckdose? Die will ich aber mit meiner Zunge untersuchen!
Oh der sitzt auf nem coolen Bobbycar? Ich will auch! Schubse ich ihn doch einfach runter!

Das Ganze passiert natürlich immer dann, wenn man sich grad mal hingesetzt hat...
Jonathan hat jetzt aber schon insgesamt 5 Windeln gewechselt! Whoop whoop
Ich wurde bisher damit verschont. Auch musste ich zum Glück nicht die Matratze sauber machen von dem Jungen aus meiner Gruppe, der beim Mittagschlaf ins Bett gepinkelt hat. Aber es soll häufiger passieren, also sollte ich mich nicht zu früh freuen.

Heute war der Himmel übrigens strahlend blau, den ganzen Tag. Und der Sonnenuntergang sah auch nicht schlecht aus.

Naja, ich werd mal weiter meinen Tee trinken. Und morgen vielleicht mal baden gehen. Aber heut bin ich zu schlapp, um mich aufzuraffen.

Wir melden uns wieder!
Laura und Jonathan


Sonnenuntergang von unserem Fenster aus