Nun ist es wieder eine gute Woche her, dass wir uns gemeldet haben. Aber der Alltag holt uns ein. Jetzt, nach ein paar Tagen, haben wir aber nun doch wieder etwas zu erzählen.
Letzte Woche.
Wir waren arbeiten. Wie jeden Tag. Aber es macht Spaaaaaaaaaaaaß!!!!
Und Kristin von der Organisation kam vorbei um die WG mal zu entrümpeln. Beispielsweise stand seit letztem Sommer ein kaputter Kühlschrank im Flur. Es ist immernoch unglaublich, dass wir den raus bekommen haben. Der stand nämlich in der 1. Etage und musste irgendwie die schmale, um eine Kurve gehende Treppe runter ins Erdgeschoss, durch die kleine Eingangstür, die noch leicht vereisten Treppenstufen hinunter zur Straße und dann noch auf den Anhänger. Ich habe grad versucht, es genauso kompliziert zu formulieren wie es auch war. Aber jetzt ist er tatsächlich weg. Die Schrammen an den Wänden im Flur werden aber immer an ihn erinnern. R.I.P. Mitgenommen wurde auch ein kaputter Schrank, ein kaputter Stuhl, ein kaputter Staubsauger und andere kaputte Dinge aus der Abstellkammer (übrigens im 2. Stock, aber zum Glück leichte Einzelteile). Am nächsten Tag haben Jonathan und ich dann noch eine neue Matratze bekommen, das Doppelbett dazu kommt aber erst nächste Woche. Derzeit schlafen wir nämlich in 2 zusammengeschobenen Einzelbetten. Nicht so cool, die Kanten der Matratzen sind extra hart herausgearbeitet, tut also weh wenn man auf dem Spalt liegt. Aber nur noch ein Paar Tage!
Das Wochende.
Freitag wollten wir in das Wochenende einklingen und sind also zu einem der Bäder hier gefahren. Dabei war auch Raquel, die letzte Woche erst neu eingezogen ist. Sie kommt aus Spanien und macht hier nebenbei mal so ein Psychologie-Fernstudium. Sie war noch nicht baden, ihr erstes Mal also. Nur wussten wir nicht, dass dieses eine Bad, wo wir hin sind, schon um 20 Uhr zu macht. Das fanden wir dann um 19:15 heraus, als wir da waren. Sehr entspannend war es trotzdem, leider nur sehr kurz.
Samstag war es den ganzen Tag leicht stürmisch. In unserem Zimmer hatten wir das Gefühl am Meer zu sein und nicht in Reykjavík. Abends sind wir dann ins Kino gegangen. The VVitch haben wir geguckt, ein Horrorfilm ohne "Jumpscares" (Definition laut Wikipedia: Als Jump-Scare (auch Jumpscare) bezeichnet man eine plötzlich abgespielte Film- oder Bildersequenz, die von einem ebenso plötzlich abgespielten, überlauten Geräusch begleitet wird. Sinn und Zweck von Jump-Scares ist es, den Betrachter zu erschrecken). Hier der Trailer:
Ich, wo ich sonst meine Probleme mit Horrorfilmen habe, fand den Film sogar echt gut. Die Musik war halt nur ziemlich mies, musste mir zum Teil die Ohren zuhalten, weil es zu angsteinflößend war. Ich bin halt ein Schisser. Aber der Film ist wirklich empfehlenswert. Der Heimweg verlief auch ohne große Paranoia, bis Jonathan sich vor meinem plötzlich auftauchenden Schatten "erschreckt" hat. Das war uncool...
Sonntag wollten wir auch nochmal ins Kino und Zoomania gucken (Disney for ever ❤) aber wir sind zum falschen Kino gelaufen... Aber auf der isländischen Homepage war leider nicht zu erkennen, dass es zwei Kinos von denen gibt. Aber der Weg hin und zurück war sehr witzig, denn es war immer noch windig, sodass Jonathans Mütze fast wegflog und die Überquerung des weitgehend leeren Parkplatzes eine wahre Meisterleistung war.
Der Wochenstart.
Bei mir im Kindergarten war gestern eine nicht so schöne Atmosphäre. Leider ist eine schon lange dort arbeitende Betreuerin am Morgen verstorben. Sie war seit 2 Wochen krank. Alle Erzieher waren sehr bedrückt den ganzen Tag. Ich habe sie nur leider nicht kennen lernen dürfen und habe mich lieber um die Kinder gekümmert, damit die andern Erzieher sich gegenseitig Trost spenden konnten, ohne abgelenkt zu sein. Das eine Mädchen hatte auch wieder ihren "Scheißtag".
Jonathan hat gestern viele "gehaltvolle" Windeln gewechselt. Auch war der anstrengende Junge, der Steckdosen anleckt und so, nicht da und es war etwas entspannter.
Nachmittags habe ich beide WG-Bäder geputzt und den Flur. Das Haus hier ist nämlich schon ziemlich alt und Staub liegt hier schnell. Da kann man schonmal einen Putzfimmel bekommen. Aber Mama meint zum Glück, das ist nichts Schlimmes.
Heute bin ich mit meinen Kindern zum ersten Mal vor dem Mittagessen raus gegangen. Sonst ist das immer erst nach dem Vesper (Nachmittagssnack, ich weiß nicht was es auf isländisch heißt, aber den Begriff kenn ich noch aus meiner Kindergartenzeit). Jedenfalls haben dadurch (fast) alle Kinder beim Mittagschlaf geschlafen! Das war unglaublich! Normalerweise schlafen 3-4 Kinder. Heute waren nur 2 wach! Viel zu unglaublich!
Bei Jonathan ist das eigentlich Standard, dass alle Kinder schlafen, aber die sind nochmal 1-2 Jahre jünger als meine Sprösslinge.
Heute Nachmittag war es dann ENDLICH so weit: Sprachkurs!!!!!
Heute waren erstmal nur ein paar Basics dran, die wir mittlerweile schon kennen. Aber die Aussprache musste manchmal noch perfektioniert werden.
Hier ein Paar Eindrücke:
Begrüßungen
Auf "Góðan daginn" (Guten Tag) antwortet man "Góðan dag" (ebenfalls: Guten Tag), damit man dem anderen nicht nur nachplappert. Geht auch anders herum.
"Hæ" und "Bæ" sind wie "Hi" und "Bye" im Englischen und werden auch so ausgesprochen.
Zu einer Frau kann man zur Begrüßung auch "Sæl", zu einem Mann "Sæll" sagen. Das eine wird quasi wie "Seil", das andere wie "Seitl", da ll im isländischen wie tl ausgesprichen wird, wobei das l quasi nur angedeutet wird beim Sprechen. Beim Sprechen von uns hörte sich das dann etwa so an: Seitlchlckltegabcnnlöeoil. Wie echte Isländer halt. Nicht...
Das Fragewort "Hvað" wird "kwath" ausgesprochen.
Das tritt bei Fragen auf wie:
Hvað heitir þú? - Wie heißt du?
Hvað segir þú gott? - Geht es dir gut?
Gleiches Prinzip auch bei
Hvaðan ert þú? - Woher bist du?
(Wir ignorieren jetzt mal, dass Isländer sehr schnell sprechen und die einzelnen Wörter häufig miteinander verschmelzen, sodass man als Neuling manchmal selbst diese einfachen Basics nicht versteht.)
Die Vokale und ihre Ausprache haben wir uns auch nochmal angeguckt.
Hier nur ein paar:
A - [a]
Á - [au]
U - [ü]
Ú - [u]
Æ - [ai]
Wichtige Buchstaben sind hier ð und þ, die beide wie das englische th ausgesprochen werden.
Donnerstag ist dann die nächste Stunde. Wir sind schon ausgesprochen gespannt.
Das wars erstmal wieder für heute.
Hoffe ihr schaltet wieder ein bei der nächsten Stunde "How to Island" mit Laura und Jonathan.
Bless!
(Tschüss!)
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