Dienstag, 8. März 2016

Jonathan ist krank und Laura arbeitet

Es musste ja so kommen...... jetzt habe ich mich bei Laura angesteckt, direkt nachdem sie wieder gesund geworden ist. Aber es sieht so aus, als wär es eine sehr milde Variante des Infekts.

Am Sonntag waren Laura und Ich das erste Mal wieder zusammen draußen, ein bisschen spazieren am Meer und durch die Stadt. Schön mal wieder draußen zu sein, außer beim Weg von und zu der Arbeit. Am Wasser pfeift der Wind schon ganz schön ordentlich, aber das hielt uns nicht ab, Fotos zu machen.


In den letzten Tagen hat sich das Wetter generell immer weiter aufgewärmt (falls man das so sagen kann). Wirklich wärmer fühlt es sich nicht an, aber der Schnee und das Eis schmelzen langsam weg, was in den Kindergärten für spiegelglatte Außenflächen sorgt. Gestern teilte ich meiner Kindergärtnerin mit, die  Kinder könnten, vor allem die 1-2 Jährigen, doch ausrutschen und sich verletzen. Diese schob nur ihre Gardine zurück, zuckte kurz mit den Schultern und sagte so etwas wie: "Wir hatten schon Schlimmeres." Damit war die Sache dann wohl erledigt, die Kinder wurden nach draußen geschickt. Alle. Jedoch wurde ich an diesem Tag bestätigt. Ein Kind (ca. 3 Jahre alt) knallte der Länge nach auf den Boden beim Spielen und fing wie wild an zu bluten. Normalerweise ist es nichts Ungewöhnliches, mal ein Kind schreien zu hören auf dem Hof, aber als es dann immer lauter wurde und immer mehr Kinder einstimmten, wurde ich stutzig. Und siehe da, dem Kleinen lief das Blut nur so aus der Nase. Ich nahm ihn auf den Arm und verfrachtete ihn ins Büro, die Leiterin ist nämlich die Hüterin der Wattebäusche und Pflaster. Mit einem vielsagendem Blick lieferte ich den blutenden, heulenden Jungen ab und ging nach draußen, um die anderen weinenden Kids zu trösten, die wohl den Anblick von Blut nicht ertragen konnten. Generell war viel los gestern. Mein Kindergarten liegt direkt an der Lande- und Startbahn des Inlandflughafens, heißt es kommen regelmäßig kleine Flugzeuge an. Doch diesmal mussten viele Flugzeuge aufgrund des Windes mehrere Runden drehen, um die Landebahn zu erwischen und viele andere fuhren bis ganz ans Ende der Bahn, um mehr Anlauf nehmen zu können beim Starten. Helle Begeisterung bei den Kindern, begleitet mit dem Ausdruck "Flugvél", was sich ganz anders spricht als schreibt. Bei den Kindern klang es eher wie "Flövier". Wieder was gelernt.
Die Kinder, sowohl bei Laura als auch bei mir, gewöhnen sich langsam an uns und werden immer zuneiglicher. Sie setzen sich bei Versammlungen auf unsere Schöße (hätte niemals gedacht, von "Schoß" mal die Mehrzahl zu verwenden) und fragen ständig Fragen, um mehr über uns herauszufinden. Noch hapert es bei den Antworten. Ich habe es mir zur Strategie gemacht, immer nett zu lächeln, zu nicken und immer schön "Jao, jao" zu sagen.

Dieses Bild ist tatsächlich richtigherum ;)
Wir leben uns immer mehr in Island ein.
Frostige Grüße,



Laura und Jonathan

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