Sonntag, 20. März 2016

Wie bekomme ich ein Bett in den zweiten Stock?

Der Frühling kommt auch langsam bei uns an. Das Wetter schlägt um. Aber genug vom Wetter. Letze Woche war mehr oder weniger ereignislos, die Kinder gewöhnen sich immer mehr an uns und begrüßen mich zum Teil schon mit Namen.
Laura und Ich sind jetzt offiziell in das Sozialversicherungssystem/Einwohnerregistrierungssystem gerutscht mit unserer Kennitala. Diese Nummer braucht man quasi für alles, vom Umtausch von Produkten bis hin zur Eröffnung eines Bankkontos (was wir übrigens demnächst vorhaben). Diese Nummer setzt sich zusammen aus dem Geburtstag und vier wahllosen Zahlen dahinter. Ist also auch nicht soooo schwer, auswendig zu lernen.


Grade hab ich ereignislos geschrieben und dabei total vergessen, dass das Bett, auf dem Ich sitze, erst seit Kurzem hier steht. Um genau zu sein, seit gestern. Unser Doppelbett, 160x200 kam an und wir mussten es nach oben in den zweiten Stock schleppen. Die Freude zuerst war groß, doch dann merkten wir, dass es nicht so ganz die Treppe hochpasste.... Das tolle an dieser WG ist, dass immer jemand da ist, der einem hilft, solche schweren Sachen zu machen. Wir versuchten es mindestens eine Stunde lang, aber es gelang uns einfach nicht. Da wir eine Wendeltreppe im Haus haben, dachten wir, wir könnten das Bett vielleicht in dem Zwischenraum hochziehen, aber auch da blieb das Bett stecken. Wir überlegten lange und kamen zum letzten Entschluss. Balkon. Wir fragten die Nachbarn nach Seilen und bekamen 2 industriewürdige Seile. Nach vielem Ach und Krach war das Bett wieder draußen und wir schleppten es ums Haus herum. Dann banden wir die Seile um das Bett und fingen an, das Bett hochzuziehen, gute 3-4 Meter in die Höhe. Innnerlich dachte ich nur: "Wenn das jetzt jemand filmt, fällt es garantiert runter und landet als "Epic Fail" Video auf YouTube."
Doch es fiel nicht runter und nach einigem Hin und Her war es dann auch schon in unserem Zimmer. Matratze drauf, Bettlaken auch und fertig! Zur Feier des Tages wollte ich mir ein Glas Orangensaft genehmigen, das, wie sollte es auch anders sein, natürlich auf dem frischbezogenen Bett landete... Na toll..
Aber wir haben jetzt ein Doppelbett, keine Ritze mehr zwischen zwei Einzelbetten und deutlich mehr Platz im Zimmer. Langsam fühlt es sich an wie "Unser" Zimmer.

Unsere zweite Sprachstunde verlief gut, wir bewegen uns jetzt weiter von simpler Aussprache hin zu Satzbau. Im Isländischen wird viel mit dem Infinitiv geredet,  noch mehr als im Deutschen. Das macht es noch recht einfach für uns Anfänger, simple Sätze zu sagen, da sie alle mehr oder weniger die selbe Struktur haben und es vergleichsweise wenige Ausnahmen gibt. Außerdem ähneln sich viele Wörter dem deutschen oder auch englischen Gegenstück, häufig kann man sich die Begriffe ableiten.
Hier ein paar Beispiele, alle im Infinitiv:

ganga - gehen
hoppa - hüpfen
taka - nehmen (vom englischen "take")
lesa - lesen
koma - kommen
tala - sprechen (vom englischen "tell")

Auch wurden unsere Kenntnisse von kindergartentauglichen Phrasen erweitert. Mittlerweile haben wir ein recht erstaunliches Repertoire an Sätzen oder Wörtern.

Allir saman ganga frá. (atle saman ganga frau gesprochen) - Alle zusammen aufräumen.
Nei, [Name einfügen] leiki með sona nuna. (nej, [...] leiki meth sona nuna) - Nein, [...] spielt jetzt schon damit.
Ekki meiða. (ekki meida)- Nicht wehtun.
[Name], borða nuna. (bortha nuna) - [...], iss jetzt.
Viltu meira? (willdu mera?) - Willst du mehr?
Viltu sona? - Willst du das hier haben?

Was wir nicht erwähnen wollten bisher, war das wir am ersten Tag schon unseren ersten Spruch gelernt haben, das absolut lebensnotwendige "Haddu kuka" (wie es geschrieben wird wissen wir nicht). Das heißt so viel wie: "Hast du in die Windeln gemacht?", natürlich sehr vereinfacht. Die meisten Kindern antworten wahrheitsgetreu auf diese Frage, was es leichter macht herauszufinden, woher der beißende Geruch nach Fäkalien im Raum kommt.

In Deutschland sind ja momentan Osterferien. Diese gibt es hier leider nicht, aber dafür sind an den Feiertagen nächste Woche alle Kindergärten zu, das bedeutet wir haben ein verlängertes Wochenende frei. Wir planen gerade mit ein paar anderen Freiwilligen, uns ein Auto zu mieten und mal raus aus der Stadt zu fahren. Wir halten euch über diese Pläne natürlich auf dem Laufenden.

Schneesturm
Kommen wir abschließend doch noch einmal zum Wetter. Letzte Woche gab es noch einmal einen dicken Schneesturm und die letzen Tage war das Wetter sehr sonnig und mild. Der Schnee ist quasi ganz weg. Heute ziehen wieder dicke Wolken auf, aber das legt sich bestimmt schon wieder.

Wir bleiben heute erstmal wieder faul, da man bei dem Wetter nicht so viel unternehmen kann.
Bless bless und einen schönen Tag euch noch!
Super Wetter im Klambatrún

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