Dienstag, 29. März 2016

Im Hyundai durch West-Island

Wie versprochen gibts jetzt nach der Reise (leicht verspätet) den kompletten Bericht. Bevor ihr das hier lest, wartet noch eine Sekunde!
Macht euch einen Tee, holt euch vielleicht ein paar Kekse, bevor ihr zu lesen anfangt. Das hier könnte dauern.

Die Reise:

Tag 1:
Alles fing um etwa 9 Uhr in unserem Wohn/Ess/Küchenzimmer an. Laura, Raquel und ich waren schon da und erwarteten die beiden anderen Mitreisenden, damit wir zusammen zur Autovermietung gehen konnten. Jeder hatte einen großen Rucksack dabei, in denen genug Verpflegung für einen deutlich größeren Trupp gewesen wäre. Zusammen stiefelten wir die 300 Meter bis zu SadCars, frohen Mutes aber noch leicht müde. Unterwegs wurden uns die Basics der günstigsten Autovermietung Islands erklärt:

1: Man weiß nie genau, welches Modell man kriegt. Man zahlt für eine gewisse "Autoklasse" (in unserem Falle die Günstigste) und dann kriegt man ein Modell aus diesem Bereich. Uns wurden die Schlüssel zu einem mittelprächtigen Hyundai überreicht, dessen Tank etwa halbvoll war. Das bringt Mich zum nächsten Punkt.
2: Der Tank könnte sowohl voll als auch leer bei der Übernahme sein, es wird nicht überprüft. Man muss also ein bisschen Glück haben, sodass die vorigen Besitzer wenigstens genug Sprit für die Fahrt zur nächsten Tanke übrig gelassen haben. Wir waren mit unserem halbvollen Tank schon SEHR gut dran.
3: Kleinere Schrammen und Dellen im Auto sind nicht weiter schlimm. Vor der Abfahrt wird halbherzig das Auto untersucht vom Personal und nur die größten Blessuren werden vermerkt, die kleineren nur mit einem Achselzucken beehrt. Auch bei der Rückgabe gab es keine Probleme, auch wenn wir sicherlich kleinere neue Schrammen hatten.

Außerdem wurde uns geraten, bei stärkerem Wind die Autotüren beim Aussteigen festzuhalten, da diese sonst abgerissen werden könnten. Und es war reichlich starker Wind auf unserer Fahrt, aber mehr dazu später.

Nachdem wir unser Auto also entgegen genommen hatten, gings auch schon zur nächsten Tanke: Vollmachen. Nach nur sage und schreibe 13 Litern war der Tank voll. Und innerhalb der nächsten 10 Minuten waren wir auch schon raus aus der Großstadt und mitten auf dem Land. Nun passierten uns nur noch gelegentlich kleinere Häuser oder ganze Ortschaften, die Vororte von Reykjavík.
Als wir auch diese hinter uns ließen, bot sich uns ein spektakulärer Ausblick. Der Stadtberg "Esja" zu unserer Rechten und das Meer und darüber hinaus die Küste von Reykjavík zu unserer Linken. Wir kamen sogar in das seltene Vergnügen Bäume sehen zu dürfen. Es gibt nämlich auf Island vergleichsweise seeeeeeeehr wenige Bäume, weil die früheren Siedler die Bestände quasi komplett gerodet hatten und so nicht viel übrig blieb. Jetzt sind die Isländer fleißig am Nachpflanzen, aber die daraus entstehenden Bäume sind bisher meist eher kläglich in ihrer Größe.
Wir folgten der Straße immer weiter, die ganze Zeit kriegten wir die Münder kaum zu vor lauter Begeisterung. Unser erster richtiger Stopp war Borgarnes, um Zutaten für das Abendessen und das Osterfrühstück beim lokalen Bónus zu besorgen. Doch unterwegs nahmen wir nicht den Tunnel, sondern nahmen den längeren Weg am Hvalfjörður, dem wunderschönen Fjord, unter dem der Tunnel entlang führt. 1 Stunde länger wurde unsere Fahrt dadurch, aber das war jede Sekunde wert. Unterwegs begegneten uns nur vereinzelt Autofahrer, dafür aber umso mehr Islandpferde, die ich fast unhöflicherweise als "Ponys" betitelt hätte, aufgrund ihrer Größe.
Wir staunten die ganze Zeit nur über Islands reichhaltige Natur, bis wir Borgarnes erreichten, wo wir ernüchtert wurden von dem immens starken Wind, bei dem wir tatsächlich unsere Türen festhalten mussten. Eigentlich war es nicht wahnsinnig kalt, aber der Wind kühlte uns so dermaßen ab, dass wir innerhalb von wenigen Sekunden bereits froren. Im Bónus kauften wir alles Nötige für Spaghetti und für ein reichhaltiges Frühstück. Nach diesem kurzen Stopp fuhren wir weiter in Richtung unseres nächsten planmäßigen Halts: Hraunfossar, eine Aneinanderreihung von Wasserfällen mit einem eingefallenen steinernen Bogen darüber. Unterwegs begegneten wir wieder wenigen Menschen und einigen Pferden.
Angekommen bei  Hraunfossar trafen wir wieder das übliche Aufgebot an Touristen, mit denen wir uns das Jagdrevier für Fotos teilen mussten. Die Wasserfälle brausten mit solch einer Kraft an den Felsen herunter, dass ein Sturz hinein höchstwahrscheinlich den Tod bedeuten würde. Auch hier bekamen wir den Wind (und die damit zusammenhängende Kälte) wieder ordentlich zu spüren und wir packten uns dick ein in unsere Jacken. Es gab nur eine Brücke über den Fluss und der Wasserfall nahm die ganze Felsspalte aus, in der er der Fluss dahinfloss.
Er war wunderschön anzusehen. Ich hätte wahrscheinlich Stunden dort sitzen können und dem Rauschen lauschen können, aber wir mussten weiter. Zurück in Auto wärmten wir uns erst einmal wieder auf, bevor es weiterging. Die ersten mitgebrachten Sandwiches wurden verspeist und es war gute Stimmung im Auto.
Unterwegs fingen wir an, die ersten Reisespiele zu spielen. Tiere mit bestimmten Buchstaben zu finden, zum Beispiel: ElefanT - TigeR - RattE und so weiter, das Ganze auf Englisch wegen unserer spanischen Begleitung. Unser Spiel wurde abrupt unterbrochen, als wir über einen Hügel fuhren und sich uns ein unglaubliches Naturspektakel bot. Unseren Mündern entwich nur im Chor ein "Woooooooooow". Ein riesiger See war zur Gänze zugefroren, aber das Eis war an Stellen gebrochen und türmte sich auf zu Schollenbergen. Noch eine Besonderheit war der der schwarze Rand, den die Schollen aufwiesen, fast als wären sie geschwärzt. Wir hielten natürlich an, um dieses Phänomen genauer betrachten zu können. Von Nahem war das Ganze sogar noch beeindruckender als aus der Ferne. Die Platten türmten sich auf und ergaben unglaublich filigrane Muster. Niemand von uns wusste, wie das zustande gekommen war und auch Google konnte nicht weiterhelfen. Nach einiger Zeit und vielen Fotos gingen wir zurück zum Auto und nahmen unser Spiel wieder auf. Nach einiger Zeit gingen uns die Tiere für verschiedene Buchstaben aus, aber wir kämpften weiter.
So erreichten wir nach einiger Zeit unseren nächsten Halt. Vor uns erhoben sich die riesigen Basaltsäulen von Gerduberg. Hier hielten wir uns nicht länger als nötig auf.

Tür auf, raus, Jacke an, Foto, rein, Tür zu, weiter.

Nun hatten wir vor dem endgültigen Ziel für heute nur noch eine Station vor uns. Jedoch fanden wir, dass auf einer der mitgebrachten Karten ein mysteriöser Punkt an der Küste eingekreist war. Wir entschlossen uns, dem nachzugehen. So fuhren wir ab von der Hauptstraße und schlugen uns auf einer eher schlecht als recht befestigten Straße weiter Richtung Küste. Nach mehreren Kilometern beschlich die Damen das Gefühl, der Punkt könnte sich als Fehlschlag entpuppen und wollten umkehren. Ich wurde überstimmt und mit einem leicht gehässigen Kommentar über weibliche Intelligenz (ihrerseits) drehten wir um... Und steckten prompt fest.. Im Schlamm..mit beiden Hinterreifen. Super.
Der Boden sah zuerst tatsächlich fest aus, aber darunter kam nur weicher Schlamm zum Vorschein.
Aber nach einigem Geschiebe war das Auto wieder frei und ich konnte mir einen Gegenkommentar zur "weiblichen Intelligenz" nicht verkneifen. Es wurde unser Running Gag für die restliche Fahrt an diesem Tag.
So steuerten wir unser letzes Ziel an: Ytri Tunga. Dort wurden uns Robben versprochen. Zuerst sahen wir nur Meer und ich war zuerst etwas enttäuscht, trotz super Aussicht auf die ringsumliegenden Berge und den felsigen Strand. Doch dann tauchten doch noch ein paar vereinzelte Robben auf und der Tag war gerettet. Ich kletterte sogar auf die Felsen, um einen besseren Blick auf die Robben erhaschen zu können, denn diese lagen nicht faul am Strand herum, sondern schwammen gemütlich im Wasser herum. Nach einer guten Stunde entschlossen wir uns, die letzte Fahrt des Tages anzutreten.
Etwa eine Dreiviertelstunde später kamen wir in Stykkishólmur an, einer kleinen und verschlafenen Hafenstadt mit etwa 1000 Einwohnern. Dort brachten wir unser Gepäck im Hostel unter und gingen zum Sonnenuntergang zu dem kleinen Leuchtturm am Hafen (auf einem Berg/Hügel), von dem wir eine unglaubliche Sicht auf den Sonnenuntergang und das umliegende Meer hatten.
Wir kochten Spaghetti mit Tomatensauce und legten uns schlafen, bereit für den nächsten Tag.

Tag 2:
Morgens um 8 raus aus den Federn und Frühstück. Eier, Toast, Skyr, Obst und isländische Schokoeier mit merkwürdigen Sprüchen drinnen. Die Eier sind vergleichbar mit den Glückskeksen, die in jedem "Asia-Geschäft" erworben werden können, nur machen die isländischen Sprüche deutlich weniger Sinn. In meinem Ei war der unglaublich hilfreiche Spruch (frei übersetzt von der Hostelbesitzerin und bestätigt von GoogleTranslate): "Wenn's juckt, dann kann's sehr gut sein, dass es ein Hautausschlag ist." Wow, sehr hilfreich.
Auf jeden Fall machten wir uns schnell nach dem Frühstück auf den Weg, wir hatten noch einiges vor uns.
Es tat mir schon etwas leid, Stykkishólmur so schnell wieder zu verlassen, das kleine Städtchen war so idyllisch und ruhig und ich wär gern noch etwas da gewesen.
Unser erster Halt war an (wer hätte das gedacht) einem weiteren Wasserfall. In Westisland gibt es echt eine Menge Wasserfälle, viele davon kraftvoll und beeindruckend. Dieser zeichnete sich weniger durch seine Stärke, sondern durch seine Lage aus. Er lag an einer Stelle, an der der Wind unglaublich stark aus Richtung Meer pustete. Dadurch wurde das Wasser, dass eigentlich runterstürzen sollte, wieder nach oben geschleudert, wodurch sich Fotografieren für die Ausrüstung als Herausforderung darstellte. Außerdem war der Wasserfall an manchen Stellen gefroren mit kleinen Sektionen, die vollständig vereist waren und manchmal nur Eiszapfen, die herunterhingen. Unsere Kameras nahmen zum Glück keinen Schaden, dennoch wäre ich bei einem sich schnell drehenden Windstoß fast runtergefallen. Aaaaaaber alles lief glatt und daraufhin lief ich vorsichtshalber noch 2 Schritte weiter vom Rand entfernt. Vollkommen erfroren kamen wir im Auto an und fuhren zur nächsten Station, die sich als wahrer Glückstreffer erweisen sollte.
Wir bogen von der Hauptstraße, die durch den Snæfellsnes-Nationalpark führt, ab und bogen in eine kleinere Straße ab, die durch ein unwirtliches, scharfkantiges (erkaltetes) Lavafeld führte. Die Gegend schien tot auf den ersten Blick, aber dennoch waren auf dem Gestein unzählige Moose und andere Pflanzen zu erkennen beim genaueren Betrachten. Wir kamen an einen Parkplatz nah der Küste auf einem gräsernen Hang. Wir folgten dem Pfad nach unten durch die Felsen, bis wir die ersten Ausläufer des Strandes erreichten. Dort befanden sich 4 runde Steine, alle in unterschiedlicher Größe. Eine Tafel daneben erklärte, dass dies Steine seien, an denen sich Bewerber messen mussten. Bewerber wovon? Bewerber für die Schiffe der Region, ein sehr beliebter Job zu der Zeit. Das Gewicht der Steine und ihre dazugehörigen Namen lauten wie folgt: 23kg - Schwächling, 54kg - Brauchbarer, 100kg - Halbstarker, 154kg - Vollstarker.
Ich wäre zumindest brauchbar gewesen, aber die 100kg hab ich mit Handschuhen beim besten Willen nicht hoch bekommen. Näher am Meer waren einzelne rostende Trümmerteile eines Fischerboots zu sehen, dass wohl vor etwa 60 Jahren dort gestrandet ist. Die Trümmer waren umrundet von kleinen und großen, runden Kieseln, aus denen auch der restliche Strand bestand. Diese glitzerten, wenn sie nass waren, im Sonnenlicht. Als wir über eine kleine Anhöhe kamen, sahen wir die riesigen Ausläufer des Strandes und das Meer, dass unerbittlich und mit großen Wellen an die Küste brandete. Ein unglaublicher Anblick, man kam sich sehr klein vor wenn man die ganzen Ausmaße des Strandes erkennen konnte. Hohe Felsen säumten die Bucht und kesselten sie ein. Scharfkantige Brocken zierten auch inmitten des Strandes das Gesamtbild. Wir liefen ein gutes Stückchen herum, bis wir in eine etwas abgelegeneren Teil kamen. Dort war es deutlich ruhiger und auch nicht mehr so weitläufig. Die Kiesel wurden von rauen Lavagestein abgelöst und die Wände waren mit kantigen Felsen gesäumt. Wir kamen an eine Sackgasse, eine kleine Bucht und machten kurz Rast. Schweigend saßen wir einfach nur da und schauten aufs Meer. Jeder ging seinen eigenen Gedanken nach, wir lauschten nur dem Wellengang. Nach einiger Zeit standen wir wieder auf, fast gleichzeitig, ohne uns abgesprochen zu haben. Wir machten uns auf den Weg zurück zum Auto und verließen diesen wundersamen Ort, der so eine eigenartige Präsenz ausstrahlte.
Als nächstes kamen wir an einen Möwenfelsen. Dieser war wohl einmal komplett schwarz gewesen, aber an den Stellen, an denen die Möwen nisteten, waren sehr viele weiße Flecken, auf die ich jetzt nicht weiter eingehen werde. Es war viel los, ein ständiges Gekreische und Rumgefliege, generelles Chaos in der Luft. Einige wagemutige (oder dumme) Touristen kletterten oben auf den Felsen, von dem es geradeaus mindestens 15 Meter runter ging in den sicheren Tod auf den Felsen, nur um einen besseren Blick zu erhaschen. Wir schüttelten alle nur ungläubig den Kopf. Ich hingegen frömte dem eher ungefährlichen Entdeckertum, indem ich eine kleine Höhle erforschte, die einen kleinen zweiten Ausgang hatte, eher ein Loch tatsächlich. Wir befanden, dass es außer Möwendreck hier nichts weiter zu sehen gab und gingen zurück zum Auto. Dort setzte ich mich zum ersten Mal in Island ans Steuer. Die Straßen sind sehr gut befahrbar, es macht tatsächlich riesig Spaß in Island Auto zu fahren, wäre da nicht der starke Wind. Dieser kann einen, wenn man für einen Moment nicht aufpasst, regelrecht von der Straße hauen. Aber da die Maximalgeschwindigkeit eh nur 90km/h beträgt, lässt es sich doch recht gut ausgleichen. Ich würde übrigens jedem, der überlegt in Island Auto zu fahren, ans Herz legen, sich an diese Begrenzungen zu halten, da die Straßen sehr kurvig sind zum Teil und in Kombination mit dem Wind recht schnell zum Unfall führen können. Die Straßen geben sowieso nicht viel mehr her, da sie nicht so wahnsinnig gut in Schuss gehalten werden.
Naja, weiter im Text.
Der nächste Halt war wieder ein Möwenfelsen, hier hielten wir uns aber nur sehr kurz auf, da er quasi identisch zu dem Felsen davor war. Es gab Möwen, jede Menge Möwendreck und Wind. Viel Wind. Kalter Wind.

Das nächste Mal machten wir halt an einem Parkplatz, der scheinbar irgendwo im Nirgendwo war. Eine große Felswand war zu sehen und ganz klein und undeutlich eine Felsspalte darin, aus der ein kleiner Fluss kam. Der Weg dahin war jedoch gesäumt von Eis und Schnee und ohne gute Schuhe unpassierbar. Eigentlich hätten wir in die Felsspalte hinein gehen können, jedoch war das Eis und der Schnee grade am Tauen und der Fluss war angeschwollen. Also kein Durchkommen. Die Aussicht war trotzdem den Aufstieg wert, man hatte einen super Blick auf das Meer und die Gebirgskette. Nach einem Schneeengel und einem beschwerlichen Abstieg machten wir uns auf den Heimweg.
Dieses Mal wollten wir den kürzeren Weg durch den Tunnel nehmen und die Gebühr bezahlen, um Zeit zu sparen. Der weitere Verlauf bis nach Reykjavík war eher ereignislos, die meisten schliefen und wer wach war, starrte gedankenverloren aus dem Fenster. Wir kamen in Reykajvik an und luden eine unserer Mitfahrerinnen zuhause ab. Dann machte sich der Rest von uns noch einmal auf, um zu einem See etwa 45 Minuten entfernt von Reykjavik im Süden anzusehen. Dabei hofften wir gegebenenfalls Nordlichter zu sehen, da wir fernab vom Schuss sein würden und die Chancen generell recht gut standen. Wir erreichten den See über eine der berüchtigten Kiesstraßen, die sich als weniger schlimm herrausstellte, als wir befürchtet hatten. Nur unser kleines Auto hatte Schwierigkeiten, die Hügel hochzufahren und soff uns fast ab.
Nach kleineren Schwierigkeiten erreichten wir den See und zusammen mit der untergehenden Sonne und dem windgepeitschten See bot sich uns ein Anblick, den ich wahrscheinlich vorläufig nicht vergessen werde. Teilweise gefroren erstreckte sich der See links von uns, riesengroß und tief. 8km² Wasser waren unter uns, es war beeindruckend. Das Licht schwand langsam, verschwand aber nicht richtig.
Wir machten noch kurz an einem Vulkansystem/Thermalquelle namens Krýsuvik halt, hauptsächlich um aufs Klo zu gehen, aber wir griffen die Gelegenheit gleich beim Schopfe und sahen uns genauer um. Der beißende Gestank von verfaulten Eiern, wie er uns mittlerweile schon vom Duschen bekannt ist, brachte uns wieder den Schwefelgehalt vor Augen, der hier in der Luft war. Nach kurzer Überlegung und gerümpften Nasen entschieden wir uns dagegen, dieses übelriechende Gebiet weiter zu erforschen und fuhren weiter.
Wir kamen an die Südküste und schlugen langsam den Heimweg ein, immer in der Hoffnung, es würde dunkel werden und die Nordlichter würden sich zeigen. Nichts dergleichen geschah, weder das Eine noch das Andere. Es blieb merkwürdig hell, obwohl der Sonnenuntergang schon anderthalb Stunden her war. So erreichten wir über die selbe Straße, auf der wir an unserem ersten Tag mit dem Bus angekommen waren, zum zweiten Mal an diesem Tag Reykjavík, dieses Mal endgültig. Wir luden unsere Sachen aus, verstauten sie in unseren Zimmern und warteten. Wir warteten auf die Dunkelheit. Um 0 Uhr wollten Laura und ich noch einmal losstiefeln zum Perlan, wo wir uns nun endlich die Nordlichter erhofften. Es war tatsächlich recht dunkel und wir konnten die Sterne hervorragend sehen. Nur etwas fehlte: Die Nordlichter! Wir warteten geschlagene 30 Minuten, bevor wir aufgrund mangelnder wärmender Kleidung wieder zurück liefen.
Die Nordlichter und wir haben noch eine Rechnung offen..
Vollkommen erschöpft fielen wir ins Bett.

Den ganzen Montag verbrachten wir mehr oder weniger nur mit Bilder sortieren, bearbeiten und mit Blog schreiben. Wir haben sowohl eine Top 100 der Bilder zusammengestellt (über dem Blog-Archiv) als auch (für die Interessierten auf Nachfrage) ALLE Bilder unserer Reise vollkommen unbearbeitet verfügbar gemacht.

Wir hoffen, der Tee (und/oder die Kekse) waren gut und der Text halbwegs unterhaltsam.
Wir entschuldigen nochmals die Verspätung, aber dieses Mammutprojekt hat deutlich mehr Zeit beansprucht, als wir zuerst gedacht hatten.

Bestu kveð,
Jonathan und Laura
Entdecker in Island

2 Kommentare:

  1. Das sind ja mal wieder ganz tolle Bilder und ich hatte auch viel Spaß mit meinem Tee ohne Kekse und Euren sehr schön zu lesenden Texten. Das macht viel Spaß, Ihr gebt Euch so viel Mühe damit und ich habe die Blogadresse schon oft weitergegeben. Und ich freue mich ganz doll auf den Sommer, falls Ihr bis dahin nicht schon alles besichtigt habt. Alles Liebe für Euch Islandversteher von Claudia

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  2. Die Polarlichter findet ihr noch!

    LG, Lukas
    P.S. Mein Tee war auch gut. Danke für die Anregung

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